Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr: Chemnitz, Zwickau und Plauen betroffen

Die Betriebe in Chemnitz, Zwickau und Plauen sollen am Donnerstag von Dienstbeginn an ganztägig bestreikt werden.

Chemnitz/Zwickau/Plauen.

Im Zuge des Tarifstreits mit den kommunalen Nahverkehrsunternehmen hat die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi die Beschäftigten für Donnerstag in mehreren sächsischen Städten zum Warnstreik aufgerufen. Wie die Gewerkschaft mitteilte, sollen folgende Betriebe mit Beginn der Frühschichten bestreikt werden: CVAG, Städtische Verkehrsbetriebe Zwickau (SVZ), Plauener Straßenbahn (PSB) sowie die Dresdner Verkehrsbetriebe, die Leipziger Verkehrsbetriebe und die Leipziger Unternehmen Leobus und Leipziger Stadtverkehrsbetriebe.

Nach Angaben von Verdi sollen die Betriebe in Chemnitz, Zwickau und Plauen von Dienstbeginn an ganztägig bestreikt werden, in Dresden und Leipzig soll der Warnstreik um 19 Uhr enden. 

Die Gewerkschaft fordert in den Tarifverhandlungen mit den Arbeitgebern, neben den bundesweiten Forderungen, in Sachsen unter anderm die Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 39 auf 38 Stunden, "eine spürbare Gehaltsanhebung" und Sonderzahlungen für langjährige Beschäftigte.

Das Angebot, das die kommunalen Nahverkehrsunternehmen ab Montag vorgelegt hatten, lehnte die Gewerkschaft ab. "Die Arbeitgeberseite hat uns am 12. Oktober ein Angebot vorgelegt, das den Namen nicht verdient", so Gerd Doepelheuer, Verhandlungsführer auf Gewerkschaftsseite und Fachbereichsleiter für den sächsischen Verkehrsbereich von Verdi. Der ÖPNV brauche dringend einheitliche Regelungen zur Entlastung für die Beschäftigten, sonst könne die Verkehrswende angesichts des Fachkräftemangels nicht gelingen, erklärte die Gewerkschaft.

Die Arbeitgeber hatten unter anderem eine Tabellenerhöhung um 1 Prozent ab dem 1. März 2021 und jeweils 1 Prozent mehr ab dem 1. März 2022 und 2023 angeboten. Statt einer Arbeitszeitverkürzung boten die Arbeitgeber ab Juli 2023 eine Erhöhung um weitere 1,2 Prozent an. "Die Zurückweisung des Angebots durch Verdi ist der Bevölkerung nicht zu vermitteln, insbesondere denjenigen, die um ihren Arbeitsplatz bangen müssen oder ihn bereits verloren haben", sagte Jens Meiwald, Vorstand der CVAG und Vorsitzender des Gruppenausschusses Verkehrsbetriebe des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Sachsen. 

Beide Parteien wollen am 27. Oktober weiter verhandeln. (dha)

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