Wenig Andrang in Wintersportregionen: Kaum Verstöße

Der befürchtete Ansturm auf die Wintersportgebiete in Sachsen bleibt am Wochenende aus. Die angekündigten Kontrollen und Appelle zeigen wohl Wirkung.

Leipzig (dpa/sn) - Trotz winterlicher Kulisse und vielerorts strahlendem Sonnenschein ist der Andrang in den sächsischen Wintersportregionen an diesem Wochenende ausgeblieben. Es waren zwar zahlreiche Spaziergänger und Wintersportler unterwegs, einen Ansturm mit etlichen Verstößen gegen die Abstandsregeln wie am vergangenen Wochenende gab es jedoch nicht, wie Sprecher der Polizeidirektionen Chemnitz und Zwickau sagten.

In Oberwiesenthal wurden nach Polizeiangaben am Samstag Anzeigen gegen 16 Menschen erhoben, die sich ohne triftige Gründe in dem Kurort aufhielten. Am Sonntag stellte die Polizei bis zum Nachmittag lediglich zwei Verstöße fest. «Es hat sich wohl herumgesprochen, dass wir schärfer kontrollieren», sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Chemnitz.

Die Polizei hatte Schwerpunktkontrollen an den Parkplätzen zu den Ski- und Rodelhängen im Erzgebirge, dem Fichtelberg und im Vogtland angekündigt. Dabei sollte verstärkt auf die Einhaltung der Corona-Schutzverordnung geachtet werden.

Im Erzgebirge war die Polizei unter anderem in Augustusburg unterwegs, nachdem der Parkplatz zum Ski- und Rodelgebiet Rost's Wiesen gesperrt worden war. Der Betreiber hatte die Stadt und die Polizei um Hilfe bei der Durchsetzung des Verbots gebeten. Laut Polizei kam es aber zu keinem einzigen Verstoß.

Zudem hatte es Anzeichen gegeben, dass trotz Absage etliche Biker zum 50. Wintertreffen der Motorradfahrer auf Schloss Augustusburg anreisen würden. Es sei aber dort ruhig geblieben, sagte ein Polizeisprecher. Die traditionelle Veranstaltung war bereits im November wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden. Das Jubiläum soll nun am 8. Januar 2022 auf Schloss Augustusburg gefeiert werden. Normalerweise kommen zu dem Bikertreff jedes Jahr Tausende Motorradfahrer aus dem In- und Ausland sowie Schaulustige.

Unterdessen bleibt Sachsen deutschlandweit der Corona-Hotspot. Alleine von Samstag auf Sonntag wurden 2061 Neuinfektionen registriert, insgesamt schlagen für den Freistaat seit Beginn der Pandemie im vergangenen März 154 520 Corona-Infektionen zu Buche, wie aus den aktuellen Zahlen des Robert Koch-Instituts hervorgeht. Der Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen 7 Tagen liegt demnach bei 358. Deutschlandweit lag der Wert am Sonntag bei 162. Die Daten sind derzeit aber noch schwierig zu interpretieren, weil es über den Jahreswechsel Verzögerungen gegeben hat.

Nach mehreren Coronafällen in Pflegeheimen nahm das Impfzentrum im vogtländischen Treuen/Eich verfrüht seine Arbeit auf. Am Samstag wurden Mitarbeiter des Rettungsdienstes und der ambulanten Pflege gegen das Coronavirus geimpft, wie der Sprecher des Deutschen Roten Kreuzes in Sachsen, Kai Kranich, sagte. Die Impfdosen waren ursprünglich für vier Pflegeheime vorgesehen, die aufgrund von Corona-Infektionen aber kurzfristig unter Quarantäne gestellt wurden.

Vorschriftsmäßig seien die Impffläschchen etwa zwölf Stunden vor dem geplanten Einsatz in den Heimen aufgetaut worden, sagte Kranich. «Weil wir die Dosen nicht verfallen lassen wollten, haben wir uns entschlossen, das Impfzentrum bereits am Samstag in Betrieb zu nehmen.» Kurzfristig habe es auch Einladungen für ehrenamtliche Helfer des Rettungsdienstes und der Pflegeeinrichtungen gegeben. Insgesamt sollten Samstag und Sonntag mehr als 300 Impfdosen verabreicht werden.

Die anderen zwölf Impfzentren nehmen ihre Arbeit an diesem Montag auf. Zuerst werden Beschäftigte von Rettungsdiensten und ambulanten Pflegediensten geimpft. Termine können über ein Buchungsportal vereinbart werden, finden laut Gesundheitsministerium wohl aber erst ab dem 18. Januar statt.

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