Wetter in der Region beruhigt sich

Nach den massiven Schneefällen entspannt sich die Lage in Sachsen. Einige Straßen sind weiter gesperrt, im Erzgebirge hat die Bahn noch Probleme.

Chemnitz.

Leipzig (dpa/sn) - Nach dem heftigen Wintereinbruch können die Menschen in Sachsen etwas aufatmen. Die Lage auf Schienen und Straßen hatte sich am Freitag vielerorts entspannt und es waren nur noch wenige Bahnstrecken und Straßen gesperrt. Während die meisten Gleise von Schnee und umgestürzten Bäumen befreit wurden und inzwischen wieder befahrbar sind, ruht nach wie vor das Streckennetz der Erzgebirgsbahn, wie eine Sprecherin mitteilte. Auch der Betrieb der Drahtseilbahn der Augustusburg ruht noch mindestens das Wochenende über. Das für Samstag geplante traditionelle Wintertreffen der Biker auf dem Schloss war bereits abgesagt worden, weil das Zelten rund ums Schloss wegen der Gefahr von Dachlawinen nicht möglich ist.

Wegen Schneebruchs abschnittsweise gesperrt war am Freitagvormittag bei Chemnitz die B107 zwischen Köthensdorf und Markersdorf. Auch der Chemnitztaltradweg ab Wittgensdorf ist gesperrt. Der Chemnitzer Tierpark und das Wildgatter bleiben aufgrund der hohen Schneelast geschlossen, teilte die Stadtverwaltung mit. Geöffnet wird frühestens am Montag wieder.

Gesperrt sind auch die B173 zwischen Falkenau und Oederan und die B180 zwischen Erdmannsdorf und Kunnersdorf, zwischen Flöha und Erdmannsdorf sowie zwischen Thalheim und Stollberg in beide Fahrtrichtungen. In Oberwiesenthal muss die Innenstadt bis Freitagnachmittag wegen der Schneeberäumung für den Durchgangsverkehr gesperrt bleiben.

Aufgrund der Schneemassen hat die Gemeindeverwaltung Schönheide in Absprache mit dem Eishockeyverein Schönheider Wölfe das Kunsteisstadion im Ort vorerst bis Montag gesperrt. Damit fallen auch alle Punktspiele der Wölfe aus.

Aus Sicherheitsgründen blieben außerdem am Freitag insbesondere im Vogtland und im Erzgebirge noch einige kleinere Straßen gesperrt. Hier drohten Bäume unter der schweren Schneelast auf die Fahrbahnen zu stürzen. "Da es aber genügend freie Zufahrtsstraßen gibt, ist niemand von der Außenwelt abgeschnitten. Die Bewohner kennen zudem die Situation", sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Zwickau.

In Kirchberg (Zwickauer Land) musste am Freitag das Dach der Städtischen Sport- und Mehrzweckhalle am Christoph-Graupner-Gymnasium von Schnee geräumt werden.

Besonders gefährlich ist es derzeit in den Wäldern Sachsens. Im Vogtlandkreis wurden zahlreiche Waldgebiete gesperrt. "Zahlreiche Bäume sind bereits unter der Schneelast zusammengestürzt. Es ist für Spaziergänger und Sportler derzeit einfach zu gefährlich in den Wäldern", sagte ein Sprecher des Landratsamtes am Freitag in Plauen. Zudem sind Sachsenforst-Wälder in und um Annaberg-Buchholz und Schwarzenberg gesperrt worden. Nach Angaben des Staatsbetriebs sind weitere Sperrungen in den kommenden Tagen nicht ausgeschlossen.

Der Vogtländische Skiclub Klingenthal sagte am Freitag die am Sonntag geplanten Langläufe für Kinder und Jugendliche innerhalb der Aschbergskispiele ab. Da die Loipen vom Skistadion in Mühlleithen direkt in den Wald führten, könnten die Langlaufwettbewerbe nicht durchgeführt werden. Aufgrund der Witterung bleibt auch die Vogtland-Arena bis einschließlich Montag geschlossen.

Unterdessen freuen sich andere Wintersportorte über die weiße Pracht. An den Hängen des Fichtelbergs waren fast alle Pisten geöffnet und Lifte in Betrieb. Lediglich die Abfahrt "Himmelsleiter" war wegen Schneebruchs geschlossen.

So rüstete sich Deutschlands höchstgelegene Stadt für ein Party-Wochenende mit zahlreichen Ski- und Rodelgästen. Im Kurort Oberwiesenthal am Fuße des Fichtelbergs wurde am Freitag seit 3.00 Uhr morgens der Schnee mit Lastwagen aus der Stadt gefahren, um Platz für die Autos der Wintersportler zu schaffen. "Die Lkw fahren ununterbrochen", sagte Albin Galandt, Leiter der Gästeinformation, der Deutschen Presse-Agentur.

Zu der Veranstaltung "Snow Fun Oberwiesenthal", die am Freitagabend von Skisprung-Olympiasieger Jens Weißflog eröffnet werden und bis Sonntag andauern sollte, werden zahlreiche Besucher im Erzgebirge erwartet. "Die Hotels sind sehr gut ausgebucht. Das merken wir an der Kurtaxe", berichtete Galandt. Trotzdem würde sich ein freies Bett finden lassen, wenn auch vielleicht nicht immer in der gewünschten Kategorie. (dpa/fp/gp/kjr)

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