Wetterphänomen: Hitzewarnung für Sachsen mitten im September

Global gesehen, waren die Monate Juni bis August die wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnung 1880. Die Folgen davon spürt auch Deutschland.

Chemnitz. Kurz vor dem kalendarischen Herbstbeginn zieht der Sommer noch einmal alle Register. Die Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke veranlassten den Deutschen Wetterdienst am Montag sogar zu einer Hitzewarnung für Nordsachsen. Diese gilt auch am Dienstag und voraussichtlich auch noch am Mittwoch. Die Meteorologen rechnen mit einer gefühlten Temperatur über 35 Grad. Abkühlung ist erst Ende der Woche in Sicht. Etliche Freibäder in Sachsen haben auf den späten Sommer reagiert und die Saison verlängert.

Vor allem gesundheitlich angeschlagene und ältere Menschen sollten in diesen Tagen wegen der Hitze körperliche Belastungen verringern und viel trinken. Der Wetterdienst gibt eine Hitzewarnung heraus, wenn die gefühlte Temperatur zwei Tage in Folge über etwa 32 Grad liegt und auch die Innentemperaturen so hoch sind, dass das Lüften kaum Entspannung bringt.

Die höchste tatsächliche Temperatur wurde am Montag in Klitzschen bei Torgau gemessen, wo das Thermometer am Nachmittag 33,6 Grad anzeigte. Vom Allzeithoch für diese Jahreszeit war dieser Wert nur noch wenig entfernt: Am 13. September 1947 wurden in Klitzschen 34,1 Grad gemessen.

Die anhaltende Trockenheit führt in vielen sächsischen Flüssen zu Niedrigwasser. So lag der Pegelstand der Elbe in Dresden am Montag gerade einmal bei 72 Zentimetern. "Tendenz fallend", sagte ein Sprecher des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Normal sind zwei Meter. Abgesehen vom Spreegebiet und dem Osterzgebirge führten derzeit nahezu alle Flüsse und Bäche im Freistaat wegen der fehlenden Niederschläge sehr wenig Wasser.

Während in Deutschland die eigentlichen Sommermonate in diesem Jahr eher durchwachsen waren, steuert die globale Temperatur auf neue Rekordwerte zu. Wie die Wetterexperten vom Deutschen Klimakonsortium am Montag informierten, war es schon von Juni bis August weltweit betrachtet so warm wie nie zuvor in diesem Zeitraum seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die Meteorologen erwarten zudem, dass 2016 das wärmste Jahr seit 1880 werden wird.

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1Kommentare
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    Wettermann
    14.09.2016

    Wetterphänomen:Hitzewarnung?
    Sachlich natürlich völlig falsch!
    Aber selten so gelacht über eine Schlagzeile auf der Titelseite der FP
    Hatte der verantwortliche Redakteur gar ein neues Wetterphänomen entdeckt u.hier im Übereifer über dem Klimawandel zu berichten etwas durcheinander gebracht?
    Oder war es doch die Hitze u.die damit verbundene Warnung?
    Das auch ein Journalist nicht immer Sachkenntniss haben muß ist verzeihlich,das aber diese sehr unglückliche Schlagzeile von sämtlichen verantwortlichen Redakteuren der FP nicht erkannt u.zur Druckfreigabe gelangte ist mehr als blamabel.
    Falsch an der Titelschlagzeile ist aber noch mehr,denn der DWD gab nicht für ganz Sachsen,sondern wie ein paar Zeilen weiter unten richtig erwähnt wurde,für Nordsachsen diese Warnung heraus.
    Vielleicht erinnern sich einige Leser daran das schon in der letzten Augustwoche eine Hitzewelle über Sachsen zog mit höheren Temperaturmaxima bis tatsächlich an einigen Orten von 37Grad,nicht nur gefühlt.Doch meines Wissens gab es da keine Hitzewarnung.Warum nicht?Aber das weiß wohl nur der DWD.
    Das Septemberhitze zwar selten aber nicht ungewöhnlich ist zeigt das Jahr 1947.Die gemessene höhere Temp in Torgau wohl heute sogar höher zu bewerten ist,es damals eher noch heißer war denn fast sämtliche damaligen Wetterstationen sind mit den heutigen Verhältnissen hinsichtlich Meßtechnik,Meßgenauigkeit,Meßzeitpunkt u.vor allem der sich massiv veränderten Umgebung(Bebauung,Versiegelung usw.kaum noch vergleichbar.Die Umgebung heizt zusätzlich besonders in den Städten.Viele dieser Rekorde sind direkt damit geschuldet u.kaum dem Klimawandel.zu zu ordnen.



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