Wo kommen Sachsens Tote her? Das Rätsel der Übersterblichkeit

Sachsen hat aktuell nicht nur einen Spitzenplatz mit einer 70 Prozent höheren Todesrate als in Vorjahreszeiträumen. Auch ohne Coviddiagnose stirbt fast ein Drittel mehr.

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1919 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 17
    5
    1947627
    23.01.2021

    Das Sachsen das Bundesland mit den meisten über 80 jährigen ist kann vielleicht auch einiges erklären.
    Und das sich der Anteil der über 80 jährigen in den letzten 20 Jahren verdoppelt hat.


    https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/12/PD20_N082_122.html

  • 37
    16
    Dagospr
    22.01.2021

    Es ist halt im Leben so, dass jeder Mal gehen muss wenn er ein hohes Alter erreicht hat. Und in einem Land welches den höchsten Anteil an alten Menschen hat sterben die meisten. Noch dazu wenn da das Gesundheitswesen nicht auf der Höhe seiner Aufgaben arbeitet.

  • 34
    14
    RebelYell
    22.01.2021

    Sehr interessant fand ich hierzu den heutigen ZDF-Videotext, zweiter Absatz, aktuell dort auf Seite 134 zu finden (Zitat ZDF-Text):

    Als Covid-19-Todesfall zählt das RKI nachweislich infizierte Menschen, die direkt an Corona starben und solche mit Vorerkrankungen, bei denen sich die Todesursache nicht ganz klären lässt.

    Dies deutet durchaus auf eine mögliche, recht hohe Dunkelziffer hin, die jedoch als Corona-Todesfall gezählt wird. Weiter unten ist von Vereinsamung die Rede, ich führe einmal Lebensmut noch mit an.

  • 55
    24
    censor
    22.01.2021

    Bis vor einem Jahr war es normal, dass es zu 2 Zeiten im Jahr zu einer Übersterblichkeit Hochbetagter kommen kann und idR auch kommt: 1. in den Hitzewellen des Hochsommers und 2. in der Grippesaison des Winterhalbjahres.

    Es war auch kein Geheimnis, dass ein Tod bei Ü80 oder gar Ü90 nicht unbedingt eine vorangegangene Krankheit braucht. Man kann nämlich auch ganz unspektakulär an Altersschwäche sterben. Das nannte man einen "natürlichen Tod."
    Inzwischen scheint es unabdingbar zu sein, diesem Tod eine medizinische Diagnose zu verpassen, und es kann oder darf wohl nicht sein, dass alte Menschen einfach so von uns gehen.

    Ich gehe davon aus, dass Ärzte bei der Leichenschau ihre Arbeit - gerade in einer Pandemie - sorgfältig verrichten.

    Man sollte die Paradigmen nicht so verschieben, dass ein natürlich Verstorbener sich quasi aus dem Jenseits noch entschuldigen muss, dass er kein Covid hatte.
    Sehen wir es doch eher positiv, dass nicht alle am Virus sterben.

  • 28
    9
    Beweisfoto
    22.01.2021

    @KTreppil Das Durchschnittsalter in Sachsen liegt bei 46,9 (Jahresende 2019, Aktualisierung liegt noch nicht vor). Etwa 1/4 der Sachsen ist 65 und älter. Andere Bundesländer im Osten haben ähnliche Bevölkerungsstrukturen (bspw. Thüringen, Durchschnittsalter 47,4, bspw. Sachsen-Anhalt, Durchschnittsalter 47,9).

    Warum eine deutliche Zahl ZUFÄLLIG und AUSSCHLIESSLICH IN SACHSEN ausgerechnet jetzt an etwas anderem sterben sollte als Covid, erschließt sich nicht. Bei großen Zahlen mittelt sich der Zufall ja üblicherweise eher weg (Gesetz der großen Zahlen).

  • 32
    2
    nevidimka
    22.01.2021

    Die Ursache können direkt nicht diagnostizierte SARS-CoV-2-Infektionen oder Pandemiemaßnahmen und deren Nebenwirkungen oder eine dritte bisher nicht betrachtete Ursache sein. Ohne Obduktionen und umfangreiche Untersuchungen der Todesfälle wird es wohl bei Vermutungen bleiben.

  • 15
    4
    Kastenfrosch
    22.01.2021

    "Also könnte es nicht auch damit zusammen hängen und dies zufällig mit der Pandemie und den daraus wirklich resultierenden Todesfällen zusammen fallen?"

    Letztlich ist der Haken an Ihrer Theorie, dass sie nicht erklärt, warum das nur 2020 so sein sollte. Und dann auch noch so geballt exakt in dem Zeitraum, da Andere nachweislich an Covid-19 starben. Der Ansatz von Enne24 erscheint mir plausibler.

  • 12
    20
    Lola
    22.01.2021

    Die Kassenärztliche Vereinigung Chemnitz forderte ja, am 17.12.2020 ziehmlich deutlich nied. Ärzte auf KEINE selektiven Einweisungen mehr zutätigen. (Leider hat offensichtl. die KVS die FP gelesen und den Text von ihrer Internetseite genommem.)

    Mal abgesehen das "selektive" sehr dehnbar ist, haben diese nied. Ärzte noch nie getätigt haben.
    Wird die Anweisung der KVS Chemnitz dazu führen, dass weitere Diagnostik und ggf. Op´s zuspät kommen.

    Hoffentlich sieht unser Staat auch diese vermeitbaren Toden.

  • 43
    29
    neuhier
    22.01.2021

    Tja, auch wenn das vielen nicht kompliziert oder komplex genug ist: oft sind die Dinge eben wirklich so, wie sie scheinen!

    Wenn mitten in einer Pandemie, in der überall im Land Lockdown herrscht, überall im Land fast die gleichen Beschränkungen herrschen und überall im Land die gleichen Ängste vorherrschen, dann aber genau in dem Bundesland extrem hohe Todeszahlen auftreten, in dem auch die meisten Covid-Infektionen auftreten, dann ist der Schluss, dass diese Menschen auch an Covid gestorben sind, wohl nicht allzu fern, oder?

    Natürlich werden diejenigen, die immer noch der Meinung sind, wir hätten eine medial aufgepuschte Grippe, das nie zugeben.

  • 25
    7
    Mrhbit
    22.01.2021

    Das ganze sollte auf jeden Fall analysiert werden. Es ist in dem Ausmaß wohl das erste Mal, daß solche Maßnahmen ergriffen werden.
    Verstehen kann man es schon. Jeder, eben auch Politiker oder Wissenschaftler, wollen nicht, direkt oder indirekt verantwortlich für Tote sein.
    Geächtet werden sie auf jeden Fall, siehe Schweinepest. Nun ist es so, daß ein Großteil in DE dies versteht und akzeptiert. Das werden auch mehr Menschen, denn die Toten gabs ja wirklich, ja auch in meiner Familie.
    Auch wenn in den Tenor in manchen Kommentaren beschissen finde, eine Aufarbeitung und daraus Lehren für die Zukunft ziehen ist notwendig!

  • 58
    16
    KTreppil
    22.01.2021

    Wie hoch ist das Durchschnittsalter in Sachsen? Ich hatte in meinem Verwandtenkreis einige, die das stolze Alter von Ü90 erreicht haben und nun leider nach und nach verstorben sind, komischerweise alle in der kälteren Jahreszeit. Zwei davon 2020, keiner irgendwie auch nur mit dem Verdacht es könnte Corona dahinter stecken. Sicher wird daran gleich wieder Anstoß genommen, aber hoher Altersdurchschnitt = hohe Sterberate. Irgendwann jenseits 90 oder gar 100 sagt die Natur "Schluss". Also könnte es nicht auch damit zusammen hängen und dies zufällig mit der Pandemie und den daraus wirklich resultierenden Todesfällen zusammen fallen?

  • 41
    11
    Enne24
    22.01.2021

    In Sachsen werden die meisten Toten aus Heimen (vorher schon) getestet, privat Verstorbene fast nie. Letztere Gruppe ist größer. Bisher nahm man ab, die Heine würden pauschal alle Verstorbenen als mit/ an COVID19 erfassen, daher sei die Zahl viel zu hoch. Bei den in der eigenen Wohnung verstorben gäbe es auch kaum Covid-Tote. Nun scheint es genau umgekehrt zu sein: die zweite Gruppe ist größer und wird wohl statistisch mangels Test post-mortem kaum erfasst. Sie starben wohl genauso oft an/ mit COVID.

  • 47
    25
    462198
    22.01.2021

    Das ist kein Rätsel, vielleicht bekommen die Wissenschaftler, welche nicht mehr gehört werden wieder eine Stimme in Politik und Öffentlichkeit. Ich denke sie könnten das Rätsel lösen.

  • 17
    41
    Echo1
    22.01.2021

    Die 2 roten Daumen meinen, dass die Übersterblichkeit nur an dem Coronavirus liegt. Einen anderen Grund darf es nicht geben.
    Klingt aber logisch, muss man einfach verstehen, was @Frima715 sagt.

  • 47
    10
    Natter
    22.01.2021

    @Frima715 Wobei das aber noch nicht erklärt, warum das so nur in Sachsen auftritt. Waren bei uns die Besuchsbeschränkungen härter als in allen anderen Bundesländern? Vielleicht hängt es auch mit der Überalterung zusammen?

  • 36
    19
    Kastenfrosch
    22.01.2021

    "Vielleicht machen sich auch andere, als Kollateralschaden von Corona, nicht oder schlechter behandelte Erkrankungen in den erhöhten Sterbezahlen bemerkbar."

    Möglich. Aber warum sollte sich diese Entwicklung just ab KW 41-42 – quasi zeitgleich mit dem deutlichen Anstieg bei den nachweislich an Covid-19 Gestorbenen – zeigen? Im Frühjahr 2020 zeigen die Kurven ein ähnliches Verhalten (wenn auch auf deutlich niedrigerem Niveau).

  • 50
    6
    chemnitzmischa
    22.01.2021

    Frima, Sie können recht haben. In den finsteren Monaten ist die Sterberate Älterer immer höher als im Jahresdurchschnitt - auch aus den genannten mentalen Gründen. Nicht verwunderlich, wenn sich dieser Einfluss in dieser Pandemiezeit besonders negativ auswirkt, in der es für den einzelnen +80er noch schwerer ist, als sonst. Besonders der überlebenswichtige Kontakt zu Angehörigen fehlt; das schwächt den Lebenswillen, wie ich aus meiner Verwandtschaft (97) weiß. Auch die Alltagsbewältigung ist für Senioren schwerer geworden. Um so wichtiger, den versprochenen Schutz für die Vulnerablen ernst zu nehmen, seitens der Politik die hygienischen und sozialhygienischen Bedingungen in den Massenunerkünften entschlossener ins Visier zu nehmen und, wo wir können, unseren Alten Lebenshilfe (Einkaufen, zumArz fahren) zu leisten.Das sollte auch in den Verordnungen berücksichtigt werden, z.B. Maskenerlaubnis beim Auto fahren, wenn man einen älteren Nachbarn transportiert.

  • 56
    75
    edila1942
    22.01.2021

    Völlig richtig bemerkt. Wer zählt schon die viele Toten in Folge der teils unsinnigen und völlig überzogenen Maßnahmen gegen diese Virusinfektion. Man sollte sich wirklich mal die Frage stellen , wie viele Opfer dieser "Lebensrettungsaktionismus" der Regierung gefordert hat. Wäre mal interessant ob die Mehrzahl der deutschen Bürger überhaupt will, dass die Regierung angeblich ihr Leben schützt. Ich persönlich kann sehr gut darauf verzichten und kümmere mich höchstselbst um mein Leben. Das wäre doch mal was für eine Volksbefragung bzw. einen Volksentscheid.

  • 118
    23
    Frima715
    22.01.2021

    Vielleicht machen sich auch andere, als Kollateralschaden von Corona, nicht oder schlechter behandelte Erkrankungen in den erhöhten Sterbezahlen bemerkbar. Zum anderen wird auch eine erhöhte Lebensmüdigkeit eine Rolle spielen. Wenn jemand im hohen Alter wochenlang seine Angehörigen nicht mehr persönlich sehen, sprechen, berühren darf, geht vielen auch der Lebensmut verloren. Das kann auch kein gelegentliches Telefonat ausgleichen.