Wohnheimplätze für Studenten in Sachsen reichen nicht aus

Die vier sächsischen Studentenwerke bieten Wohnraum für 14 Prozent aller Studenten im Freistaat, ausreichend ist das aber nicht. Nun stellt das Land Gelder für neue Bauten und Sanierungen zur Verfügung.

Chemnitz/Freiberg.

Mit dem Start des Wintersemesters sollte das Problem einer Bleibe für die Studierenden in Sachsen längst gelöst sein. Viele von ihnen bewarben sich für einen Platz im Studentenwohnheim. Doch diese reichen längst nicht für alle Studenten aus. Dann bleibt ihnen meist nur die Suche auf dem freien Wohnungsmarkt. Um den Ausbau der Wohnheime zu fördern, stellt der Freistaat nun Gelder bereit. Fünf Millionen Euro sind das in diesem Jahr, 2020 folgen weitere sieben Millionen. Ein Teil der Fördergelder sollen für Neubauten und Sanierungen der sächsischen Studentenwohnheime genutzt werden.

Auch das Studentenwerk Chemnitz-Zwickau musste in diesem Semester hunderten Interessierten eine Absage für den gewünschten Platz im Studentenwohnheim erteilen. "Für 500 Plätze in unseren Wohnheimen in Chemnitz haben sich vor Semesterbeginn 800 Studierende beworben, in Zwickau waren es 350 für 300 Plätze", teilt Vicky Loske, Pressesprecherin des Studentenwerkes, auf Anfrage der "Freien Presse" mit. Nahezu alle der insgesamt 2769 Wohnheimplätze in Chemnitz, Zwickau und Schneeberg seien zum Semesterstart belegt, sagt Loske weiter.

Bei den Wohnungen haben die Studierenden eine große Auswahl, egal ob eine Wohngemeinschaft mit einem oder sechs Mitbewohnern oder ein Einzelappartement mit gut 15 bis 30 Quadratmetern. Bei den Mieten zwischen 170 und 276 Euro sind alle Nebenkosten wie Strom oder Internet inbegriffen, ebenso wie die benötigten Möbel, die das Studentenwerk zur Verfügung stellt.

Wer in Chemnitz keinen Platz bekommt, kann auf das Studiwohnen der Grundstücks- und Gebäudewirtschafts-Gesellschaft (GGG) zurückgreifen. Auch hier gibt es für Studierende die Möglichkeit, in eine WG oder in eine Einzimmerwohnung zu ziehen. Insgesamt mehr als 1000 solcher Angebote hat die GGG, etwa 170 sind derzeit noch frei. Aber auch sie erfreuen sich großer Beliebtheit. "Viele, die keinen Wohnheimplatz bekommen haben, fragen bei uns nach. Denn auch wir bieten in der ganzen Stadt Studentenwohnungen an, die zwischen 130 und 300 Euro Miete kosten und alle Nebenkosten enthalten", sagt GGG-Sprecher Erik Escher.

In Freiberg und Mittweida gibt es ebenfalls mehr Bewerber für die Wohnheime, als dort Kapazität ist. Wie die Sprecherin des Studentenwerkes Freiberg, Christiane Rieß, auf Anfrage der "Freien Presse" mitteilt, seien in Mittweida alle der 500 Plätze im Wohnheim belegt. In Freiberg sehe das ähnlich aus "Wir haben noch einige wenige Wohnungen und Zimmer zurückgehalten, falls es zu Späteinschreibungen kommt. Sonst sind die Freiberger Studentenwohnheime voll belegt", sagt sie.

Auch in der Bergstadt war der Andrang auf die Wohnungen groß. 700 Bewerber wollten nach Angaben von Rieß einen der 300 Plätze, in Mittweida bewarben sich 540 Studierende für gut 140 Plätze. Damit in Zukunft noch mehr Studenten in Wohnheimen unterkommen können, wird derzeit in Freiberg gebaut, mit Fördergeldern des Freistaates. "Das Studentenwerk hat mit der Sanierung des Gebäudes an der Heinrich-Heine-Straße begonnen. Dort sollen 80 neue Wohnheimplätze entstehen", sagt Rieß.

Auch in Chemnitz soll die Zahl der Wohnheimplätze weiter wachsen. Dafür wird an der Vettersstraße saniert und weitere zehn Plätze entstehen. In Zwickau gibt es durch die Fördergelder des Wissenschaftsministeriums einen Ersatzneubau für das Wohnheim an der Makarenkostraße. "Das bisherige Wohnheim versprüht noch DDR-Charme und ist technisch veraltet. Daher ist der geplante Neubau wirtschaftlicher", sagt Vicky Loske.

Während sich der Neubau von Wohnheimen bei den Studentenwerken Chemnitz-Zwickau und Freiberg in Grenzen hält, sollen in Dresden und Leipzig hingegen weit mehr neue Plätze entstehen. In den beiden größten sächsischen Städten ist der Druck auf dem Wohnungsmarkt am stärksten und sind die Mieten in den vergangen Jahren stetig gestiegen, auch in bei Studenten beliebten Vierteln. Absagen der Studentenwerke müssen ebenfalls erteilt werden. Die Preise weichen dabei zu Chemnitz oder Freiberg nur gering ab. In Dresden müssen Studenten für eine Bleibe im Schnitt 302 Euro berappen, in Leipzig etwa 278 Euro. Mit diesen Mieten lässt es sich in Sachsen für Studierende vergleichsweise günstig wohnen. Laut einer Studie des Institutes der deutschen Wirtschaft in Köln zahlen Studenten in München mit durchschnittlich 717 Euro die höchste Miete, danach kommt Stuttgart mit durchschnittlich 542 Euro und Frankfurt/M. mit 505 Euro. mit dpa

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