Wolf Biermann: Protest nach DDR-Ausbürgerung

Berlin (dpa) - Schon lange vor der Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann aus der DDR im Jahr 1976 hatte die Stasi einen solchen Plan. Biermanns «feindliche Aktivitäten» seien ein schwerer Fall staatsfeindlicher Hetze, hieß es 1973 in einer «Konzeption für den Abschluss der operativen Bearbeitung Biermanns» des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit. Der Bericht ist Teil einer Dokumentation, die die Bundesbehörde anlässlich der Ausbürgerung Biermanns vor 40 Jahren herausgegeben hat. Am 16. November 1976 gab die DDR-Führung bekannt, dass Biermann nach einem Konzert in Köln nicht zurück darf.

Der 79-jährige Biermann schreibt im Vorwort des Heftes, die DDR-Oberen seien zwar auf Medienkrach im Westen gefasst gewesen, aber nicht auf den Protest in der DDR. Viele Künstler, Studenten und auch Arbeiter hätten sich aber für Meinungsfreiheit in ihrem Land und gegen die eigene Resignation eingesetzt.

Ursprüngliche Überlegungen, den kritischen Liedermacher zu verhaften und ihn bis zu 15 Jahre einzusperren, hatte die Stasi fallen gelassen. Eleganter erschien den Genossen, ihn in den Westen reisen zu lassen und ihm dann, wenn er öffentlich auftritt, die Staatsbürgerschaft abzuerkennen, heißt es in der Dokumentation.

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3Kommentare
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    Interessierte
    13.10.2016

    Stimmt , das war ein großer Fehler , aber wohl noch menschlich gedacht ...

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    Interessierte
    13.10.2016

    Stimmt , das war ein großer Fehler , aber wohl noch menschlich gedacht ...
    Von 1976 dann 15 Jahre Haft , das wäre dann 1991 gewesen , vielleicht hätte da die DDR können überleben ...
    Was - hat er denn alles in den 15 Jahren ´von außen` gemacht neben vielen anderen wie einem Herrn Jahn ?

    Hier gestern um 09.25
    http://www.mdr.de/mediathek/radio/mdr-aktuell/mdr-aktuell-radio-zum-nachhoeren-100.html#


    Und hier :http://mediathek.rbb-online.de/tv/rbb-AKTUELL/Buchpremiere-f%C3%BCr-Biermanns-Autobiografie/rbb-Fernsehen/Video?documentId=38278044&topRessort=tv&bcastId=3907840
    ...

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    Freigeist14
    02.10.2016

    Die Biermann-Ausbürgerung war einer der schweren Fehler der DDR-Führung und Eingeständnis der Altherrenriege,völlig reformunfähig zu sein. Der weltoffenere Geist ,der nach den Weltfestspielen 1973 wehte sollte wieder verschwinden,bevor vielleicht noch Künstler und kritische Geister nach Reformen rufen könnten.
    Der überschaubar begabte Biermann war jetzt nicht gerade ein Verlust-aber die standhaften Resoltionunterzeichner wie Manfred Krug,Hilmar Thate ;Angelika Domröse und Armin Müller -Stahl waren ein unverzeihlicher Aderlass der DDR und desillusionierten auch viele ,die an ein menschlicheres Anlitz des Sozialismus glaubten.



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