Zahl der Pflegebedürftigen steigt in Sachsen weiter

Kamenz (dpa/sn) - Sachsen muss sich in den nächsten Jahren auf mehr Pflegebedürftige einstellen. Bis 2030 steigt die Zahl der Pflegefälle voraussichtlich auf 242 000 und damit um ein Fünftel an, wie aus am Dienstag veröffentlichte Berechnungen des Statistischen Landesamtes hervorgeht. Ende 2017 waren im Freistaat rund 205 000 Pflegebedürftige zu versorgen. «Die Verbesserung der Bedingungen in der Pflege – sowohl für die pflegebedürftigen ‎Menschen als auch für die in der Pflege hart arbeitenden Beschäftigten wird ein ‎Schwerpunkt meiner Amtszeit», kündigte die neue Sozialministerin Petra Köpping (SPD) an.

Der Freistaat bekenne sich im Koalitionsvertrag zum Flächentarifvertrag Pflege, zudem soll ein weiteres Pflegepaket zur Verbesserung der Situation geschnürt werden. «Wir wollen insbesondere die Zahl der Plätze in der Kurzzeitpflege erhöhen und die ‎Einführung neuer Pflegemodelle unterstützen‎», so Köpping. Mit einer gezielten Kampagne will Sachsen zudem bei Schulabgängern gezielt für den Pflegeberuf werben.

Laut Prognose müssen in zehn Jahren etwa 65 400 Personen in Heimen vollstationär versorgt werden - 28 Prozent mehr als 2017. Mehr als 72 000 Menschen wären im Jahr 2030 laut Statistik auf die Betreuung durch ambulante Einrichtungen angewiesen, ein Fünftel mehr als bisher. Auch die Zahl der Menschen, die zu Hause von Angehörigen gepflegt werden, soll bis 2030 um 12 Prozent auf 105 000 steigen.

Für die Prognosen zog das Statistische Landesamt die Daten der Pflegestatistik 2017 sowie die Bevölkerungsvorausberechnungen des Statistischen Bundesamtes vom Juni 2019 heran.‎

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