Ziemiak: CDU-Erfolg in Görlitz Rückenwind für Kretschmer

Görlitz/Berlin (dpa) - Die Bundes-CDU hat erleichtert auf den Sieg des CDU-Oberbürgermeisterkandidaten Octavian Ursu im sächsischen Görlitz gegen einen AfD-Kandidaten reagiert. «Ich gratuliere Octavian Ursu, der von einem breiten Bündnis getragen wurde, zur Wahl zum neuer Oberbürgermeister von Görlitz», sagte CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. «Es ist auch ein großer Erfolg und Rückenwind für die sächsische Union unter Ministerpräsident Michael Kretschmer

Ursu hatte die Stichwahl klar gegen den AfD-Kandidaten Sebastian Wippel gewonnen, die AfD hatte damit das erhoffte erste Spitzenamt in einer deutschen Stadt verpasst. Nach dem vorläufigen Endergebnis votierten 55,2 Prozent für den 51-jährigen Ursu und 44,8 Prozent für Wippel.

In Sachsen ringt Regierungschef Kretschmer um sein Amt - am 1. September wird ein neuer Landtag gewählt. Nach einer am Donnerstag veröffentlichten Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstitut Civey für «Spiegel Online» kommt die CDU auf 29,7 Prozent vor der AfD mit 23,5 Prozent. Die SPD kommt auf 10,3 Prozent. Kretschmers schwarz-rote Regierung hätte damit die Mehrheit verloren, er müsste versuchen, ein anderes Bündnis zu schmieden. Nach einer am gleichen Tag von der «Bild»-Zeitung veröffentlichten Insa-Umfrage käme die AfD auf 25 Prozent der Zweitstimmen, die CDU nur noch auf 24.

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12Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 3
    1
    Nixnuzz
    18.06.2019

    Wie armselig ist die CDU-Argumentation denn noch? Hier haben regionale Wähler überregional gehandelt und biologisch das kleiner Übel vorgezogen. Die Beteiligung an der Wahlurne dürfte gerade für die "Volksparteien" ein ebenso deutlicher Tiefschlag sein. Die jeweilige Parteiführungen in ihren scheinbar noch immer existierenden Elfenbeintürmen weit ab oder oberhalb des sich veränderten Wahlvolkes haben ihre Losgelöstheit garnicht mehr bemerkt. Sonst wären solche CDU-Kommentierungen nicht verlautbart worden! Eigentlich erbärmlich!....

  • 5
    1
    Malleo
    17.06.2019

    Wer vom politischen Gegner unterstützt oder sich gar wählen lässt, sollte in sich gehen, ob er nicht etwas falsch gemacht hat.
    Hat er dabei die Reaktionen seiner Stammwähler nicht aus den Augen verloren?
    Wie reagieren diese bei der nächsten Wahl?
    Wo CDU draufsteht sind die Linken, Roten oder Grünen drin?
    Zweifellos ein Sieg für die CDU, aber um welchen Preis?
    Am Ende ist es ein Pyrrhus Sieg!

  • 5
    2
    ralf66
    17.06.2019

    @Distelblüte, also so geht's nun auch nicht, was schätzen Sie sich denn hier zusammen, was die Nichtwähler wählen wollten, dass wissen Sie doch nicht, dass weiß keiner genau, Vermutungen sind doch keine Beweise, sie können doch nicht vom Wahl-Verlierer aus den Nichtwählerstimmen Prozente abziehen, weil Sie der Ansicht sind, dass die, die die AfD gewählt haben alle zur Wahl waren und so unter den Nichtwählern keine AfD-Wähler mehr gewesen sein können, dass gleiche könnte man beim Wahlsieger tun! Woher kennen denn Sie das Wahlverhalten und die politische Zusammensetzung der Nichtwähler? Das Wahlergebnis ist 55,2% CDU und 44,8% für Wippel AfD und nicht 25% für Wippel AfD.

  • 3
    9
    Distelblüte
    17.06.2019

    @ralf66: Sie könne sich natürlich das Abschneiden Wippels schönreden.
    Aber wie ich an anderer Stelle schon schrieb - es gab ca. 45% Nichtwähler. Man darf annehmen, dass alle, die AfD wollten, auch wählen waren. Gesehen auf die Gesamtzahl ALLER Wähler hat Wippel etwa 25 % erreicht, das ist sachsentypisch.
    Er stilisiert sich ja nun zum biblischen David, der gegen einen übermächtigen Goliath antrat und verlor. Vielleicht ist es Herrn Wippel nicht geläufig: David hat damals gewonnen, obwohl sein Gegner größer war.

  • 4
    4
    Interessierte
    17.06.2019

    Da sieht man mal , wie unterschiedlich so eine Umfrage ausfällt , wenn man dann anderswo anruft ............
    Wie viele Leute wurden denn bei der jeweiligen Umfrage angerufen ?

  • 11
    3
    ralf66
    17.06.2019

    @Trompeter haben schon immer mehr davon verstanden, wie eine Großstadt zu führen ist, wie Verwaltungsfachwirte, aber Distelblüte hat ja geschrieben, wie es zu diesem Endwahlergebnis kam, Zitat: ''Ohne die breite Unterstützung durch linke und grüne Wähler wäre die Wahl anders ausgegangen.''
    Früher hat man jemanden als OB einer Stadt gewählt, weil man wusste, er ist für dieses Amt geeignet, oder geeigneter als sein Gegenspieler, heute mobilisiert der politische Gegner Linke und Grüne für den politischen Gegner CDU Wähler, um den noch größeren politischen Gegner AfD eins auszuwischen.

  • 12
    2
    Tauchsieder
    17.06.2019

    Eine Wahl die fast pari-pari ausging als Erfolg Kretschmers darzustellen, zeugt von einer krachenden Fehleinschätzung. Die ertrinkende CDU sucht Halt an einem schwimmenden Streichholz. Wie weit muss es gekommen sein, dass sogar eine OB-Wahl her halten muss, um sich Mut zu machen und dies aus einer Stadt die im Westen kaum einer kennt.

  • 10
    5
    Distelblüte
    17.06.2019

    Sich den Gewinn der OB-Wahl allein auf die Fahne zu schreiben, wie es AKK und Ziemiak tun, ist schäbig. Ohne die breite Unterstützung durch linke und grüne Wähler wäre die Wahl anders ausgegangen.
    Die Zeiten, in denen die sächsische CDU im Durchmarsch stärkste Kraft wurde, sind definitiv vorbei.
    Ob die Katastrophe für Deutschland noch sehr viel Wählerpotential abschöpfen kann, bezweifle ich, @Lesemuffel.
    Trotz allem Getöse stimmt es mich optimistisch, dass es in Sachsen mehr Pluralität in der politischen Landschaft gibt. Alleinherrschaft hatten wir lange genug.

  • 5
    13
    Blackadder
    17.06.2019

    "Bündnis mit dem Teufel eingehen?"

    Das würde die CDU im Herbst bei einer blau-schwarzen Koalition!

  • 9
    4
    Lesemuffel
    17.06.2019

    Armselig, dieser Genosse Ziemyak. Sich vom politischen Gegner GRÜN und LINKE unterstützen lassen ist Rückenwind? Um eine Alternative (Wählerwille bei Urwahl) zu vermeiden, würde man wohl alle seine konservativen Werte preisgeben und ein Bündnis mit dem Teufel eingehen? Fakt: Die Stichwahl ist kein Rückenwind für die CDU sondern ein Zeichen für die Existenz und Kraft der realen Alternative für Deutschland, unsere Heimat.

  • 3
    14
    Blackadder
    17.06.2019

    @franzudo: Das wird die CDU in Sachsen, aber vermutlich gerade weil sie in den letzten Jahren immer konträr zu Merkel gestanden hat.

  • 14
    3
    franzudo2013
    16.06.2019

    Herr Ziemiak, träumen Sie weiter. Wer im Windschatten von Angela Merkel segelt, verliert Wahlen. Herr Kretschmer wird im September den größten Verlust der Sächsischen Union zu verantworten haben.



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