Zu wenige neue Lehrer in Sachsen

Im neuen Schuljahr bleibt jede sechste offene Stelle unbesetzt. Zweifel am Normalbetrieb gibt es auch aus einem anderen Grund.

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88 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 5
    0
    klapa
    27.08.2020

    Sie können sicher sein, tbaukhage, hinsichtlich Ihrer Analyse der Lehrersituation in Sachsen agiere ich bei Ihnen nur mit Grünen.

    Meine Kinder bestätigen mir die von Ihnen beschriebene Situation genau so. Auch mit den Konsequenzen, die dadurch für ihre Schulen entstehen, an denen sie arbeiten.

  • 2
    2
    KTreppil
    27.08.2020

    War mir klar, dass mein Kommentar nicht ohne Reaktion bleiben wird. Nur noch kurz klar gestellt, ich habe keine Phantasien von faulen, krank feiernden Lehrern verbreitet, man lese meinen Kommentar ruhig noch mal in Ruhe. Sicher gibt es in allen öffentlichen Bereichen berechtigt sehr viel in Sachen Personalpolitik zu beklagen, ich bin da näher am Thema als mancher denkt. Ich arbeite in einem ähnlich undankbaren Beruf. Dennoch gibt es Arbeitsbereiche wo noch ganz andere, problematischere Bedingungen herrschen, vor, während und sicher auch nach Corona.

  • 8
    3
    gelöschter Nutzer
    27.08.2020

    @KTreppil: Was erzählen Sie hier eigentlich? Sie tun gerade so, als seien zahlreiche Lehrer unberechtigt zu Hause und der Unterricht sei deswegen zusammengebrochen. Vielleicht gleichen Sie ihre Phantasie vom "faulen, krank feiernden Lehrer" mal mit der Wirklichkeit ab!
    Vielleicht auch ein Grund, dass keiner mehr auf den Beruf Lust hat: Auf der einen Seite werden ständig alle Probleme abgewälzt und auf der anderen darf man sich ständig die pauschale Unterstellungen anhören: Geld kassieren und Urlaub feiern. Und immer die Forderung, dass es dem anderen möglichst genau so schlecht, besser noch schlechter, als einem selbst geht.
    Bewerben Sie sich! Der aktuelle Lehrermangel ist hausgemacht und hat mit Corona nichts zu tun. Er beruht auf jahrelangen Fehleinschätzungen und unerträglicher Arroganz beim Kultus und in den Schulämtern.

  • 13
    2
    fnor
    27.08.2020

    @KTreppil Sie können ja mal die Altersstruktur der Angestellten im Pflegedienst und der Lehrer vergleichen. In der Pflege steigt man nicht unbedingt freiwillig spätestens mit 60 aus, weil die Arbeit dann unmöglich zu machen ist. Lehrer unter 60 gibt es hingegen kaum. Ist jetzt übertrieben aber so ähnlich ist es doch. Die Politik hat es verschlafen junge Lehrer anzustellen und dann arbeitet eben ein größerer Anteil der Risikogruppe. Grundsätzlich kann jeder Angestellt erwarten, dass sein Arbeitgeber die Gesundheit schützt und man unversehrt von Arbeit heim kommt. Private Arbeitnehmer haben da leider meist das Nachsehen und werden wirklich gekündigt, wenn sie auf schlechte Arbeitsbedingungen hinweisen. Deswegen kommen so Situationen, wie in den Schlachthöfen zu Stande.

  • 15
    3
    tbaukhage
    26.08.2020

    @KTreppil: Nicht verwechseln: Die im Beitrag und von mir genannten Zahlen betreffen neu eingestellte Lehrer/Seiteneinsteiger, die die aus Altersgründen ausgeschiedenen Lehrer ersetzten bzw. extra eingestellt werden müssen, um die "völlig unerwarteten" 3400 zusätzlichen Schüler zu unterrichten.
    Gerade hier in Sachsen hat sich die Zahl der Corona-Attest-Lehrer in engen Grenzen gehalten. Das Kultusministerium spricht von 3% der Grundschullehrer (die anderen Zahlen seien nicht bekannt). Ich weiß, dass es im Oberschulbereich weniger sind.
    Gäbe es eine ordentliche, zukunftsweisende Personalplanung, wäre eine Reserve vorhanden, um Ausfälle durch jedwede Krankheit (oder Attestierungsgrund) zu kompensieren. Hat ja früher auch so funktioniert. Der jetzige Zustand ist das Ergebnis des personellen Kaputtsparens und fehlender Personalpolitik der letzten 10 bis 15 Jahre im sächsischen Bildungswesen.

  • 5
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    BuboBubo
    26.08.2020

    @KTreppil: Richten Sie Ihren Appell am besten an "Ärzte für Aufklärung", welche gerne und unter viel Beifall der einschlägigen Öffentlichkeit die von Ihnen beklagten Atteste ausstellen.

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    19
    KTreppil
    26.08.2020

    Atteste und Krankmeldungen weil man einer Risikogruppe angehört...zu akzeptieren, wenn dies wegen schwerer Vorerkrankungen erfolgt, beschämend, wenn es nur aus Gründen des Alters so ist. Der Altersdurchschnitt ist in fast allen Berufen recht hoch, ich kann nur immer wieder wiederholen: Was, wenn das jeder ältere Beschäftigte/ Arbeiter in gesellschaftlich wichtigen Bereichen, den sogenannten systemrelevanten Berufen, macht bzw. gemacht hätte?! Wo hätten wir da medizinisch behandelt werden können, hätten einkaufen können, wo und wie wären unsere alten Menschen versorgt worden, was für ein Chaos hätte es gegeben? Was, wenn die Bildung unserer Kinder weiterhin nicht richtig gewährleistet ist?
    Ich hoffe derlei Atteste werden arbeitsmedizinisch geprüft, anderswo, vor allem bei privaten Arbeitgebern würden die Beschäftigten recht zeitnah gekündigt oder in Rente geschickt, wenn sie ihre Arbeit nicht mehr ausführen können.

  • 25
    1
    tbaukhage
    26.08.2020

    Oder um es mal konkret für die hiesige Region zu machen:
    In Chemnitz, Mittelsachsen und dem Erzgebirge können allein an den Oberschulen 2000 Unterrichtsstunden je Woche (nein, kein Schreibfehler!) nicht erteilt werden. Es sind schlicht nicht genügend Lehrkräfte da. Es kommt zu Stundenkürzungen (Beispiel: Ma Kl5: lt. Lehrplan müssten fünf Wochenstunden erteilt werden, der Stundenplan der Schule weist aber nur vier aus). Es gibt Schulen, die können ganze Fächer nicht unterrichten (WTH zB.)!
    Und das Schlimmste: Die Eltern merken es nicht, weil sie ja nur den gekürzten Stundenplan zu sehen bekommen ...