Züge der Städtebahn sollen wieder rollen - vorübergehend

Überraschend hatte das Eisenbahnunternehmen vor kurzem seinen Betrieb eingestellt. Busse kamen zum Einsatz. Jetzt sollen die Züge bald wieder fahren.

Dresden (dpa/sn) - Die Züge der insolventen Städtebahn Sachsen sollen bald wieder rollen - zumindest vorübergehend. Geplant sei, dass alle 16 Züge auf den regionalen Strecken rund um Dresden ihren Betrieb wieder aufnehmen, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Stephan Laubereau am Freitag mit. Das genaue Datum steht allerdings noch nicht fest. «Meine Gespräche mit den Verantwortlichen des Leasingunternehmens Alpha Trains und dem ‎Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) waren sehr positiv. Die Finanzierung ist gesichert», erklärte Laubereau. Allerdings müssten in den nächsten Tagen noch Einzelheiten geklärt werden. Unter anderem ist eine Bedingung für den Start, dass die Fahrtüchtigkeit der Züge nachgewiesen wird.

Geplant sei, dass der Bahnverkehr übernächste Woche - also zu Beginn des neuen Schuljahres in Sachsen - wieder aufgenommen wird. Eventuell auch schrittweise, hieß es. Bis dahin sollen weiterhin Busse zum Einsatz kommen. Die Städtebahn Sachsen übernimmt dann allerdings nur so lange den Eisenbahnverkehr, bis die Vergabe des VVO abgeschlossen ist und ein neuer Betreiber die Strecke übernimmt, hieß es.

Durch das besonnene und nicht-öffentliche Handeln der Zuständigen habe eine Lösung für viele Kunden und die betroffenen Mitarbeiter gefunden werden können, so Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD). Er mahnte zudem Verkehrsbetriebe, Kreise und Kommunen: «Wer billig bestellt, geht Risiken ein - ob dies dann veraltetes Wagenmaterial ist oder eben eine ‎Firma, die später finanziell Probleme bekommen kann.» Sein Ministerium habe daher wiederholt ein Vergabegesetz gefordert, das tarifliche und soziale Standards festschreibt.

Das Eisenbahnunternehmen mit Sitz in Bayern hatte vor knapp zwei Wochen den Betrieb überraschend rund um Dresden eingestellt und Insolvenz angemeldet, nachdem der VVO ihr den Betreibervertrag gekündigt hatte. Als Grund für die Einstellung des Zugverkehrs hatte die Städtebahn Schäden an Zügen genannt und dafür die DB Netz AG verantwortlich gemacht. Diese habe die Trassen nicht von Vegetation frei gehalten. Die Bahn hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.

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