Zum Schulstart bleiben 230 Lehrerstellen unbesetzt

Im Schuljahr 2018/19 wird der Unterricht vermutlich öfter als bisher ausfallen. Wird mit der Verbeamtung ab Januar alles besser?

Zum Schulstart bleiben 230 Lehrerstellen unbesetzt
Zum Schulstart bleiben 230 Lehrerstellen unbesetzt

Für Sie berichtet: Tino Moritz

Der Lehrermangel in Sachsen verschärft sich weiter: Von den 1100 zum 1. August landesweit ausgeschriebenen Stellen konnten nach Angaben von Kultusminister Christian Piwarz (CDU) lediglich 870 besetzt werden. Für 230 Stellen gab es hingegen keine geeigneten Bewerber. Schon zum zweiten Halbjahr des abgelaufenen Schuljahres waren 38 von 660 Stellen frei geblieben. Vor einem Jahr hatte Sachsen zumindest durch Seiteneinsteiger noch alle Stellen besetzen können.

Den Unterricht werde man "möglicherweise nicht an allen Schulen zu jeder Zeit des Schuljahres absichern können", sagte Piwarz. Vor allem an Oberschulen, wo von 269 freien Stellen 125 nicht besetzt werden können, sowie an Förderschulen, wo 43 von 117 frei bleiben, sind die Lücken am größten. An Grundschulen sind 55 von 357 Stellen unbesetzt, während an Gymnasien mit 275 statt 264 Stellen sogar leicht über Bedarf eingestellt wurde. Als besonders problematisch gilt die Lage in Ostsachsen, wo jeweils 27 Stellen an Grund- und Oberschulen leer bleiben. Am Standort Chemnitz sind 10 Stellen an Förder-, 17 Stellen an Grund- und sogar 26 Stellen an Oberschulen unbesetzt.

Piwarz erwartet ein "schwieriges Schuljahr". Im Ergebnis werde man "an vielen Stellen sehr intensiv daran arbeiten müssen, kurzfristig entstehende Lücken zu schließen". Dazu verwies er auf die "Bindungszulage", die bis jetzt schon mehr als 600 ältere Lehrkräfte zum längeren Verbleib im Schuldienst motiviert habe.

Piwarz warb zugleich für das geplante "Handlungsprogramm", mit dem ab 2019 die Verbeamtung von Lehrern, die jünger als 42 Jahre alt sind, eingeführt werden soll. Schon jetzt seien 71 in anderen Bundesländern verbeamtete Lehrer nach Sachsen gewechselt, während es im Austausch nur 19 Abgänge gab. Insgesamt hatte es im Freistaat knapp 1900 Bewerber gegeben, von denen ein Teil den Anforderungen nicht genügte oder von sich aus wieder absprang. Unter den insgesamt mehr als 1200 neuen Lehrern sollen auch etwa 420 Seiteneinsteiger sein, die alle entweder eine dreimonatige Einstiegsqualifizierung absolvierten oder über Praxiserfahrungen verfügen.

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