Belarus: Sponsert der Westen die Ost-Revolte?

Die Herrschenden in Minsk und Moskau warnen vor importierten Aufständen, doch ihre These von gekauften Protestprofis hält einem Faktencheck kaum stand.

Mit wenigen Klicks weiterlesen

Premium


  • 1 Monat kostenlos
  • Testmonat endet automatisch
  • E-Paper schon am Vorabend
  • Unbegrenzt Artikel lesen
    (inkl. FP+)

Sie sind bereits registriert? 

77 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 3
    0
    censor
    21.08.2020

    Malleo - der Rechtstaat (nämlich die Gewaltenteilung und Gleichbehandlung aller vor dem Recht) ist die wichtigste Säule der Demokratie.

  • 3
    2
    klapa
    21.08.2020

    Wer wie Herr Krökel annimmt, die EU bzw. die USA sähen den Demonstrationen in Minsk und anderen Städten tatenlos zu, ohne zumindest den Versuch eines Regimewechsels zu unternehmen, der glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten.

    Hier behauptet Herr Lukaschenko das eine und Herr Krökel das andere, wobei ich dem Präsidenten eine höhere Einsicht in politische Zusammenhänge zutraue und Herrn Krökels Argumentation nicht überzeugt.

    Die Erfahrung der Geschichte lehrt, dass, wenn immer es um Russland oder seine Einflusssphären geht, der Westen und seine Geheimdienste im Sinne der europäischen ‚Werte’ tätig werden, um Veränderungen in ihrem Sinne herbeizuführen.

    Dass die Ausgangsbedingungen andere sind als in der Ukraine, insoweit hat Herr Krökel Recht, ist kein Hinderungsgrund, es nicht wenigsten zu versuchen.

  • 7
    2
    Freigeist14
    21.08.2020

    censor@ Richtig . Ein westliches Narrativ ist ja auch ,die Sowjetunion als ein Groß-Russland darzustellen . Dabei waren Ukrainer ,Weißrussen , Georgier oder Balten aktive Mitglieder dieser Union .

  • 5
    2
    Malleo
    21.08.2020

    censor
    Wir wollten 89 die Demokratie und bekamen den Rechtsstaat!

  • 6
    1
    censor
    21.08.2020

    Freigeist14 - Da haben Sie recht.
    Es gibt gravierende Unterschiede zwischen Belarus und Ukraine. Ein weiterer wäre die ethnische Zusammensetzung.

    Die Ukraine ist ein Vielvölkerstaat und als Republik erst in den 1920er Jahren entstanden, um sofort Teil der SU zu werden. Teile von ihr gehörten vorher zum Zarenreich, zur k.u.k. Monarchie, zu Polen. Ost und West sind historisch gespalten und zerstritten.
    Weißrussen dagegen stehen den Russen näher als dem Westen.

    Als ehemaliger DDR-Bürger habe ich vollstes Verständnis dafür, wenn die Weißrussen Demokratie, freie Wahlen und Freiheit fordern. Es ist im Prinzip dasselbe, was wir 1989 forderten.

    Man kann aber heute den Westen nur davor warnen, sich einzumischen oder gar das Feuer zu schüren.

    Russland 2020 ist nicht die Sowjetunion 1990. Es ist kein im Zerfall befindliches Konstrukt, das seine Zukunft hinter sich hat, sondern ein Land im Vorwärtsgang.

    Der Westen muss aufhören, Nachbarländer Russlands dazu zu benutzen, Russland zu isolieren. Diese Politik war niemals konstruktiv, und sie wird es 2020 noch weniger sein.

    Auch die EU steht 2020 in einer Situation, die der sowjetischen von 1990 nicht unähnlich ist. Stärke zu zeigen, wo Schwäche ist, kann nicht gutgehen - für beide Seiten. Die SU 1990 hatte das verstanden und sich entsprechend defensiv verhalten, was viel Böses verhindert hat.

    Ich finde, dieser Konflikt ist ausschließlich am diplomatischen Runden Tisch zu lösen, an den sich alle setzen müssen.

  • 4
    3
    Freigeist14
    21.08.2020

    Der entscheidende Unterschied zur Ukraine sind : Es gibt keine antirussische Stimmung wie in der Westukraine , keinen "Rechten Sektor" , kein Bedürfnis ,sich in die Arme einer EU zu begeben , die der Ukraine nur Versprechungen gemacht hatte . Weißrussen haben einen bescheidenen Wohlstand , der weder extrem reiche Oligarchen noch bittere Armut kennt .

  • 6
    3
    censor
    21.08.2020

    Die Frage nach dem Sponsoring liegt nahe.

    Den Systemchange auf dem Kiewer Maidan haben sich die USA damals 5 Mrd. Dollar kosten lassen, wie die damalige Europa-Beauftragte Victoria Newland freizügig am Telefon ausplauderte.

    Mit 5Mrd. sollte es angesichts der Inflation inzwischen nicht mehr getan sein. Da gehören ein paar Nullen hinter die 5.

    Stimmt es eigentlich, dass der IWF im Frühjahr in Abstimmung mit der WHO dem weißruss. Präsident ein Angebot von 900 Mrd. Dollar gemacht hat, wenn er einen Lockdown verhängt? Lukaschenko behauptet das öffentlich.

    In der Ukraine war es 2013 Janukowitschs Weigerung, das Assoziierungsabkommen mit der EU zu unterzeichnen, was zum Maidan , zum Putsch und zu seinem Sturz führte (die Weigerung fand statt, um die Beziehungen zu Russland nicht zu gefährden, mit dem hatte die Ukraine damals ein Freihandelsabkommen und Visafreiheit im Reiseverkehr).

    Es gibt schon verschiedene Parallelen zwischen damals und heute. Lawrow hat nicht umsonst darauf hingewiesen, dass es hinsichtlich der künftigen Entwicklung keine zweite Ukraine geben darf.