Berichten zufolge haben die letzten kurdischen Kämpfer Aleppo in Bussen verlassen.
Berichten zufolge haben die letzten kurdischen Kämpfer Aleppo in Bussen verlassen. Bild: Omar Albam/AP/dpa
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Berichte: Kurdische Kämpfer haben Aleppo verlassen

In Aleppo war es zu den schwersten Kämpfen seit dem Ende des syrischen Bürgerkriegs gekommen. Berichten zufolge haben die letzten kurdischen Kämpfer die Stadt nun verlassen.

Aleppo.

Nach tagelangen Gefechten in der syrischen Millionenstadt Aleppo zwischen Regierungstruppen und kurdischen Kämpfern haben sich beide Seiten Berichten zufolge auf einen Waffenstillstand geeinigt. Die letzten Kämpfer der kurdisch dominierten Miliz SDF (Syrian Defence Forces) hätten die Stadt verlassen, meldete der arabische Sender Al-Dschasira unter Berufung auf Vertreter der Stadt. Auch die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete, die letzten SDF-Kämpfer hätten in der Nacht den kurdisch geprägten Stadtteil Scheich Maksud mit Bussen in Richtung Nordosten des Landes verlassen. 

Bereits in der Nacht zum Freitag war es für einige Stunden zu einer Waffenruhe gekommen. Diese sollte nach Angaben der Regierung zu einem freiwilligen Abzug der kurdischen Kämpfer aus der Millionenstadt dienen. Die kurdische Seite weigerte sich jedoch, worauf die Gefechte erneut ausgebrochen waren. Der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge wurden Dutzende Menschen getötet. Laut Al-Dschasira flohen mehr als 160.000 Menschen vor den Kämpfen in Scheich Maksud und einem weiteren Stadtteil.

Zehntausende Menschen waren vor den Kämpfen geflohen.
Zehntausende Menschen waren vor den Kämpfen geflohen. Bild: Ghaith Alsayed/AP/dpa

Bericht: Einigung auf neuen Waffenstillstand 

Nun habe man durch internationale Vermittlung eine Einigung über einen Waffenstillstand und die sichere Evakuierung von Zivilisten und Kämpfern erzielt, zitierte Al-Dschasira den Post eines SDF-Kommandeurs auf X. Syrische Regierungstruppen hätten in der Nacht ihren Rückzug mit Bussen aus der Stadt koordiniert, berichtete der Sender. Die Armeeführung hatte laut Sana die kurdischen Kämpfer zuvor aufgefordert, sich zu ergeben, wenn sie am Leben bleiben wollten. Die Kämpfe in Aleppo galten als die schwersten seit dem Sturz des syrischen Langzeitmachthabers Baschar al-Assad vor gut einem Jahr. 

Große Teile im Nordosten Syriens werden noch immer von den SDF kontrolliert. Diese hatten eine führende Rolle beim Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat gespielt und waren dabei ein enger Verbündeter der USA. In Aleppo beschränkt sich der Einfluss kurdischer Milizen auf die Stadtviertel, die von der Minderheit geprägt sind. Syriens Regierung will das aber nicht länger dulden. (dpa)

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