Eine Demonstration gegen Irans Führung in München sorgt für Spannungen. (Archivbild)
Eine Demonstration gegen Irans Führung in München sorgt für Spannungen. (Archivbild) Bild: Marijan Murat/dpa
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Deutscher Botschafter im Iran einbestellt

Am Wochenende demonstrierten rund 250.000 Menschen in München gegen Irans Führung. Nun folgt eine Reaktion aus Teheran.

Teheran.

Der Iran hat nach eigenen Angaben aus Protest den designierten deutschen Botschafter einbestellt. Grund dafür seien "antiiranische Aktivitäten" in Deutschland und "destruktive" Positionen deutscher Politiker, berichtete der staatliche Rundfunk. Bei einem Gespräch im Außenministerium in Teheran wurde Axel Dittmann demnach der Protest der iranischen Regierung übermittelt. 

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin bestätigte die Einbestellung vom Montag, äußerte sich darüber hinaus aber nicht dazu.

Hintergrund dürfte vor allem die Großdemonstration gegen Irans Führung sein, an der am Samstag in München rund 250.000 Menschen teilgenommen hatten - so viele wie nie zuvor bei einer Iran-Demo in Deutschland. Mehrere deutsche Politiker zeigten sich solidarisch mit der Protestbewegung, darunter Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) und der CDU-Außenpolitiker Armin Laschet.

Zu dem Aktionstag am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz hatte Reza Pahlavi aufgerufen, der seit Jahrzehnten im Exil lebende Sohn des 1979 gestürzten Schahs von Persien. Er gilt inzwischen als eine der zentralen Oppositionsfiguren im Ausland.

Anfang Januar hatte Irans Sicherheitsapparat Massenproteste im Land brutal niedergeschlagen. Nach Angaben des Aktivistennetzwerks HRANA kamen dabei mehr als 7.000 Menschen ums Leben. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kritisierte die iranische Führung scharf. (dpa)

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