Die Fehler des Westens

Im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine wäre es sinnvoll, direkt mit Wladimir Putin zu sprechen. Das sagt der Russlandexperte Horst Teltschik. Deutschland könnte in der Krisendiplomatie eine entscheidende Rolle spielen.

6Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

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    aussaugerges
    15.09.2016

    Rußland hat alle Salzimporte aus der EU verboten.

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    aussaugerges
    05.03.2014

    Egon Bahr:(Sondermeldung in Heidelberg)

    "IN DER INTERNATIONALEN POLITIK GEHT ES N I E UM DEMOKRATIE ODER MENSCHENRECHTE.
    ES GEHT UM INTERSSEN VON STAAATEN.

    Merken sie das,egal,was man ihnen im Geschichtsunterrricht erzählt.

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    gelöschter Nutzer
    05.03.2014

    Das ist eine sehr interessante und fast 100 Jahre alte Aussage. Der damals im Auswärtigen Amt tätige Paul Rohrbach schrieb 1916: "Ohne die Ukraine ist Russland nichts. Hat es kein Eisen, keine Kohle, kein Korn, keine Häfen! Alles große Leben in Russland muss versiegen, wenn ein Feind die Ukraine packt. Wenn aber der Tag kommt, wo Russland das Schicksal herausfordert, und dann hat zufällig dort, wo bei uns die Entscheidungen getroffen werden, jemand so viel Kenntnis von den Dingen und so viel Entschlossenheit, dass er die ukrainische Bewegung richtig loszubinden weiß – dann, ja dann könnte Russland zertrümmert werden. Wer Kiew hat, kann Russland zwingen!”

    Man könnte nun meinen, daß Russland ein berechtigtes Interesse hat, dass die Ukraine – wenn schon selbstständig – so doch weitgehend Russland-nah regiert wird. Damit wird Russlands Präsident Putin per se zum Bösen. Man lässt ja ohnehin in den westlichen Medien und der von oben verordneten politischen Meinung keinen Tag aus, Putin verächtlich als "lupenreinen Demokraten“ hinzustellen, Ängste vor Putin und seinem Russenreich zu schüren und alles medial hoch zu jazzen, was gegen Putin verwertbar ist. Selbst, wenn es nur eine anarchistische krakeelende Weiberband ist. Ständig nörgelt man an Putin herum und will ihm erklären, wie eine Demokratie funktioniert und wie man so ein Riesenreich reagiert. Kommt den westlichen Politikern überhaupt jemandem in den Sinn, dass unsere Scheindemokratie auch nicht unbedingt DAS Erfolgsmodell ist? Sehen andere Länder und Regierungen nicht eher ihr Glück in einer gut funktionierenden, zukunftsorientierten und gerechten Diktatur? Sicher, "Demokratie ist großer Mist. Es gibt bloß leider nichts Besseres!“ (Winston Churchill). Oder der Unterschied von der Diktatur zur Demokratie: "In der Diktatur darf ich mir aussuchen, wer mich verarscht“ (Hagen Rether).

    Überall, wo der Westen die Pfoten drin hatte, um ein westliches Demokratiemodell zu exportieren, herrschen heute noch Chaos und Anarchie – siehe Afghanistan und Irak. Das nächste ungelöste Problem befindet sich in Syrien. Ein gutes Beispiel, wie ein Land mit vielen verschiedenen Völkern nach dem Ende einer gut funktionierenden Diktatur zerfällt und über ein Jahrzehnt im Chaos versinkt ist auch das ehemalige Jugoslawien. Dem Westen geht es doch in keinster Weise darum, ob das russische oder das ukrainische Volk in einer Demokratie leben. Wenn es dem Westen um Diktatoren oder um undemokratische Regierungen ginge, hätte man es weltweit mit 80% der Länder zu tun. Allem voran Saudi Arabien.

    Und jetzt ist es die Ukraine. In der Ukraine war eine frei gewählte Regierung im Amt. Der Sturz der Regierung ist vielleicht aus Sicht der Ukrainer verständlich, genau genommen ist und bleibt es aber ein gesetzeswidriger Staatsstreich. Man darf dabei auch nicht vergessen, dass in der Ukraine fast 18% der Bevölkerung Russen sind. Und wenn Russlands Präsident hier hätte mit Waffengewalt antworten wollen, dann hätte er es schon längst getan. Aber Putin ist kein amerikanischer Rambo. Ohne Putin hätte der Westen wahrscheinlich auch schon den Iran überfallen, obwohl dort eine demokratische Regierung im Amt ist und "der Iran das politisch stabilste Land im nahen Osten ist" (Peter Scholl-Latour). Und während unser „Freiheit blökender deutscher Bundespräsident“ mehr Auslandseinsätze der Bundeswehr fordert, so konnte sich diesbezüglich zumindest bis jetzt Putin zurückhalten. Sicher, siehe Zitat ganz oben, weiss Putin, was er an der Ukraine hat und was nicht, wenn er sie verliert. Aber das weiss der Westen auch. Denn auch auf den Westen trifft das obige Zitat im Umkehrschluss voll zu: Wer die Ukraine hat, wer Kiew hat, der kann Russland in die Knie zwingen. Um nichts anderes geht es dem Westen.

    Man nehme das Beispiel der russischen Punkband Pussy Riot. Wer krakeelend in einer Kirche öffentlich gegen die Regierung wettert, muss mit Konsequenzen rechnen. Diese Konsequenzen sind in jedem Land der Welt anders und in Russland um einiges härter als in unserer weichgespülten deutschen Scheinjustiz. Im Westen wurden die drei Mädels von den Politikern und den Medien hochgejubelt. Wenig später hatten wir in Deutschland in Köln während eines Gottesdienstes einen eigenen, gleichgelagerten Vorfall. Komischerweise verschwand diese nackte junge Dame ganz schnell in der medialen Versenkung. Warum wurde diese nicht bejubelt? Weil wir doch hier in einer Demokratie leben und die Guten sind! Die bösen Undemokratischen leben woanders.

    Bei der letzten Bundestagswahl gewannen zu großen Teilen die CDU/CSU sowie die SPD. Nun stellt man sich hin und sagt, die Menschen hätten eine große Koalition gewollt und sie hätten gewollt, daß die CDU/CSU und die SPD gemeinsam regieren. Wer das Wahlergebnis so interpretiert, redet gequirlten Dünnschiss. Dann solle man mal einen CDU- und einen SPD-Wähler fragen, ob er das wollte….. Das jetzige Ergebnis ist nämlich eine deutliche Unzufriedenheit mit der deutschen Regierung seit September 2013. Aber sie wurde demokratisch gewählt und in Koalitionsverhandlungen gebildet. Nichts anderes, als in der Ukraine. Man stelle sich jetzt mal in Deutschland statt friedlicher Demonstrationen und Montagskundgebungen nicht friedliche Demonstrationen, bewaffnete Konflikte oder gar einen Regierungssturz vor! Leider, oder zum Glück, ist so etwas in Deutschland undenkbar. Bejubeln würde man es von oberster Stelle sicher nicht!

    Der Westen sollte sich gut überlegen, WARUM und WIE er die Ukraine oder Russland unterstützt. Aber der beste Weg wäre, sich an einen Tisch zu setzen. Warum die westlichen Regierungschefs als Handpuppen der Industrie und der Konzerne nicht auf Putin zugehen und mit Putin und der Ukraine nicht das Gespräch suchen, bleibt mir unverständlich. Man lässt Putin mit dem Problem allein, wohl die Situation ausnutzend und auf ihn einzuprügeln.

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    Pixelghost
    05.03.2014

    Die Zeitung mit den vier großen Buchstaben dramatisiert die Lage für das deutsche "Publikum" in erheblichem Maße.
    Man hatte sich vorgestellt, mit einer Pausbacke von Reporter den Weg des RTL-Preisboxers Klitschko in die ukrainische Regierungsspitze verfolgen zu können und damit Auflage zu erzielen.
    Daraus ist nun nichts geworden.

    Dem dummen Leser, der ja gar keinen Einblick in Verträge, Absprachen und diplomatische Kontakte hat, werden einseitige Berichte vor die Nase gesetzt.

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    aussaugerges
    05.03.2014

    Sehr,sehr,späte Einsichten.

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    berndischulzi
    05.03.2014

    Das Verhalten des Westens ist von Arroganz und Großkotzigkeit geprägt, da kann man nicht so einfach mit Putin reden, mit diesem kleinen Häuptling im Kreml.



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