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Epstein-Skandal: Britischer Ex-Botschafter festgenommen

Nach Ex-Prinz Andrew wird nun auch das frühere Kabinettsmitglied Peter Mandelson wegen Verbindungen zum Sexualstraftäter Epstein festgenommen. Über seinen Fall wäre beinahe der Premier gestürzt.

London.

Im Zusammenhang mit dem Epstein-Skandal ist der frühere britische US-Botschafter Peter Mandelson festgenommen worden. Das berichtete die britische Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf Scotland Yard. Der Verdacht lautet demnach auf Fehlverhalten im öffentlichen Amt.

Mandelson war wegen seiner engen Beziehung zum inzwischen verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein in den Fokus von Ermittlungen geraten. Der Fall hatte eine Regierungskrise in London ausgelöst, in deren Verlauf das Amt von Premierminister Keir Starmer zeitweise am seidenen Faden zu hängen schien. 

Insider-Informationen an Epstein weitergegeben?

Der frühere britische Botschafter in den USA Peter Mandelson geriet wegen seiner Beziehung zum verstorbenen US-Multimillionär in den Fokus von Ermittlungen. (Archivfoto)
Der frühere britische Botschafter in den USA Peter Mandelson geriet wegen seiner Beziehung zum verstorbenen US-Multimillionär in den Fokus von Ermittlungen. (Archivfoto) Bild: Ben Birchall/PA Wire/dpa

Hintergrund waren die jüngsten Veröffentlichungen aus den Epstein-Akten des US-Justizministeriums. Daraus scheint hervorzugehen, dass Mandelson nicht nur enger mit dem US-Multimillionär Epstein verbandelt war als bislang bekannt, sondern diesem auch sensible Regierungsinformationen während der Finanz- und Wirtschaftskrise zugespielt haben könnte. Mandelson war von 2008 bis 2010 Wirtschaftsminister unter dem früheren Premierminister Gordon Brown. 

Demnach soll Mandelson unter anderem die Entscheidung für einen 500-Milliarden-Euro-Rettungsschirm in der Euro-Krise einen Tag vor deren Verkündung an Epstein weitergegeben haben. 

Starmer wusste von Freundschaft mit Epstein

Für Starmer wurde es brenzlig, weil er zugeben musste, von der Freundschaft zwischen Mandelson und Epstein gewusst zu haben, als er ihn im vergangenen Jahr zum britischen Botschafter in Washington machte. Diesen Posten musste Mandelson nur Monate später im September wieder räumen. Kritisch war vor allem, dass Mandelson die Freundschaft zu Epstein auch nach dessen Verurteilung wegen erzwungener Prostitution einer Minderjährigen aufrechterhielt. Auch das war Starmer bekannt.

Die Affäre um Peter Mandelson (links) führte beinahe zum Sturz des britischen Premierministers Keir Starmer (rechts). (Archivfoto)
Die Affäre um Peter Mandelson (links) führte beinahe zum Sturz des britischen Premierministers Keir Starmer (rechts). (Archivfoto) Bild: Carl Court/PA Wire/dpa

Vor gut zwei Wochen waren mehrere Vertraute des Regierungschefs von der sozialdemokratischen Labour-Partei wegen der Ernennung Mandelsons zurückgetreten - darunter sein Stabschef und enger politischer Berater Morgan McSweeney. Zudem musste Starmer der Veröffentlichung von Dokumenten und Korrespondenz zu der Ernennung zustimmen. Eine erste Tranche soll bereits Anfang März veröffentlicht werden. 

Der frühere britische US-Botschafter Peter Mandelson wurde festgenommen. (Archivbild)
Der frühere britische US-Botschafter Peter Mandelson wurde festgenommen. (Archivbild) Bild: James Manning/PA Wire/dpa

Der frühere Minister und EU-Kommissar Mandelson trat seinen Posten als Botschafter vor einem guten Jahr an. Damals galt der skandalträchtige 72-Jährige als taktisch kluge Wahl, um britische Interessen bei US-Präsident Donald Trump durchzusetzen. Doch das war ein Zeitpunkt, bevor die Veröffentlichung von Epstein-Akten in den USA die Schlagzeilen dominierte.

Mandelson verlor im Laufe der Affäre auch seinen Sitz im britischen Oberhaus. Seine Mitgliedschaft in der Labour-Partei legte er nieder. Auch der Titel Lord soll ihm nach dem Willen des Regierungschefs entzogen werden.

Ähnliche Vorwürfe gegen Ex-Prinz Andrew

Der 2019 in Haft gestorbene Multimillionär Epstein hatte über Jahre einen Missbrauchsring mit einer bis heute unbekannten hohen Zahl an Opfern betrieben. Zugleich unterhielt er enge Kontakte zu höchsten Kreisen in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Adel.

In Großbritannien hält der Epstein-Skandal schon seit Wochen Regierung und Palast in Atem. Erst in der vergangenen Woche war auch der frühere Prinz Andrew wegen ähnlicher Vorwürfe festgenommen worden. Auch er wird verdächtigt, vertrauliche Regierungsinformationen an Epstein weitergeleitet zu haben. (dpa)

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