Blick auf die iranische Atomanlage Natans vor rund 20 Jahren. (Archivbild)
Blick auf die iranische Atomanlage Natans vor rund 20 Jahren. (Archivbild) Bild: Abedin Taherkenareh/epa/dpa
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IAEA: Neue Schäden an Gebäuden iranischer Atomanlage

Israel und die USA wollen verhindern, dass der Iran Atomwaffen entwickelt. Auch damit begründen sie die Angriffe auf das Land. Nun bestätigt die IAEA neue Schäden an einer Urananreicherungsanlage.

Wien/Teheran.

Inmitten der Angriffe Israels und der USA gegen den Iran hat die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) neue Schäden an Eingangsgebäuden der unterirdischen Urananreicherungsanlage in Natans bestätigt. Die Organisation geht nicht davon aus, dass Radioaktivität freigesetzt und die Anlage weiter beschädigt worden ist, wie sie mitteilte. 

Israel und die Vereinigten Staaten hatten bereits im vergangenen Sommer Einrichtungen des iranischen Atomprogramms bombardiert und schwer beschädigt - darunter auch Natans, wo die Anlage zur Anreicherung von Uran steht. Die Technologie kann zur Herstellung von Reaktor-Brennstoff oder auch Atomwaffen genutzt werden - Teheran bestreitet aber, solche Waffen zu entwickeln.

Zunächst widersprüchliche Angaben 

Am Montag hatte IAEA-Chef Rafael Grossi in einer Sondersitzung des IAEA- Gouverneursrates noch berichtet, dass es im Zuge der jüngsten israelischen und US-amerikanischen Angriffe keine Anzeichen auf Treffer oder Schäden an Atomanlagen des Iran gebe. Teherans Vertreter bei der IAEA, Resa Nadschafi, hatte dagegen von einem Angriff auf die Anlage in Natans gesprochen. 

Irans Atomchef Mohamed Eslami verurteilte die Angriffe in einem Schreiben an IAEA-Chef Grossi scharf, wie die iranische Nachrichtenagentur Isna berichtete. Er forderte die UN-Atomwächter auf, die Luftangriffe zu verurteilen. Seinen Worten nach erfolgte der Angriff in Natans bereits am Sonntag.

Atomverhandlungen erneut gescheitert

Vor den aktuellen israelisch-amerikanischen Angriffen hatten Regierungsvertreter aus Teheran und Washington über das umstrittene Atomprogramm verhandelt. Am vergangenen Donnerstag noch waren Delegationen beider Staaten zu einer dritten Gesprächsrunde dieses Jahr in Genf zusammengekommen. Einen Durchbruch gab es nicht. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump der iranischen Führung ein Ultimatum für eine Einigung gesetzt. 

Die USA wollten mit den Verhandlungen erreichen, dass die Führung in Teheran daran gehindert wird, Atomwaffen zu entwickeln. Irans Regierung bestreitet entsprechende Absichten, zeigte sich jedoch bereit, ihr Nuklearprogramm zu begrenzen. Im Gegenzug forderte Teheran die Aufhebung harter Wirtschaftssanktionen. 

Noch während der Atomverhandlungen mit den USA hat sich der Iran nach Darstellung Washingtons gerühmt, genug hochangereichertes Uran für elf Atombomben zu besitzen. Dies sagte der US-Sondergesandte Steve Witkoff in einem Interview mit dem Sender Fox News.

Atomanlagen bereits im Sommer 2025 bombardiert

Im Sommer 2025 hatten die USA mit Tarnkappenbombern und Marschflugkörpern die drei wichtigsten iranischen Atomanlagen attackiert. Ziel waren die Urananreicherungsanlagen in Natans und Fordo sowie ein großes Nuklearzentrum bei Isfahan. US-Präsident Trump sprach damals von einer völligen Zerstörung der Anreicherungsanlagen. Eine erste Einschätzung des Militärgeheimdienstes DIA sah das iranische Atomprogramm dagegen nur um einige Monate zurückgeworfen. Die Angriffe erfolgten damals nur einen Tag vor einer geplanten sechsten Verhandlungsrunde zwischen Iran und den USA. (dpa)

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