Bei den Angriffen auf den Iran wurde auch Staatsoberhaupt Chamenei getötet.
Bei den Angriffen auf den Iran wurde auch Staatsoberhaupt Chamenei getötet. Bild: Vahid Salemi/AP/dpa
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Iran-Krieg: Wer greift wo an und warum?

Raketenalarm, Explosionen, Brände, abgestürzte Militärjets: Seit Beginn des Krieges gegen den Iran überschlagen sich in vielen Ländern im Nahen Osten die Ereignisse. Ein Überblick.

Teheran.

Die Angriffe Israels und der USA lösen eine Kettenreaktion im Nahen Osten aus. Iran hat zu Gegenangriffen ausgeholt, die nicht nur Israel treffen. Sorgen, dass der Krieg sich auf die ganze Region ausweiten könnte, scheinen sich immer mehr zu bestätigen. Wer greift wo an und warum? Ein Überblick - ohne Anspruch auf Vollständigkeit: 

USA und Israel greifen Iran an 

  • Seit Samstag wurden mehr als 2.000 Ziele im Iran angegriffen.
  • Ziele sind militärische Infrastruktur wie Raketenabschussrampen und Flugabwehrstellungen, Hauptquartiere der Militärführung, Stützpunkte sowie die politische Führung.
  • Auch die iranische Marine im Süden am Persischen Golf wurde attackiert.
  • Die Hauptstadt Teheran mit ihren rund 15 Millionen Einwohnern ist den dritten Tag in Folge Ziel schwerer Bombardierungen.
  • Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei und führende Militärvertreter wurden getötet.
  • Mehr als 550 Menschen kamen bei den Angriffen bereits ums Leben. Darunter sollen nach iranischen Angaben auch 165 Schülerinnen einer Grundschule sein.
  • Israel fühlt sich durch das iranische Raketen- und Atomprogramm in seiner Existenz bedroht. Auch die USA verweisen auf die Bedrohung durch die iranische Führung.

Iran greift Israel an 

  • Zehn Wellen ballistischer Raketen haben Irans Revolutionsgarden, die mächtige Elitestreitmacht des Landes, eigenen Angaben zufolge als Reaktion bereits auf Israel gefeuert.
  • Auch Kampfdrohnen sind im Einsatz, um die moderne israelische Raketenabwehr zu schwächen.
  • Mindestens elf Menschen kamen in Israel seit Samstag ums Leben.
  • Mehrere Wohnhäuser sowie eine Synagoge wurden zerstört.
  • Ständig gibt es im Land Raketenalarm, Millionen Menschen müssen sich wegen der Angriffe immer wieder in Schutzräume begeben.

Iran greift Golfregion an 

  • Als Reaktion auf die Angriffe Israels und der USA attackiert der Iran unter anderem Ziele in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), Katar, Bahrain und Kuwait.
  • Hunderte Raketen und Drohnen wurden gezählt, die Flugabwehr der Länder hat den Großteil der Angriffe abgefangen.
  • Ziele sind vor allem US-Militärstützpunkte.
  • In den betroffenen Ländern gibt es Todesopfer, Schäden und Brände.
  • In Kuwait stürzten mehrere US-Militärflugzeuge ab, nach US-Militärangaben durch "friendly fire", also vermutlich bei der Abwehr iranischer Angriffe. Die Besatzungen haben laut kuwaitischem Verteidigungsministeriums überlebt.
  • In Städten wie Dubai (VAE), Doha (Katar) und Manama (Bahrain) wurden teils Hotels, Wohngebäude und Flughäfen getroffen.
  • Die Angriffe treffen den Ruf der Golfstaaten als stabile und sichere Standorte für Investoren und Touristen.
  • Die Golfstaaten stehen unter Druck, militärisch zu reagieren, wollen aber nicht in einen größeren Krieg hineingezogen werden.
  • Sorge besteht auch um Ölanlagen als zentrale Einnahmequelle, etwa in Saudi-Arabien, wo es im Osten nach einem mutmaßlichen Drohnenangriff zu einem Brand an einer Ölanlage kam.

Hisbollah-Miliz greift Israel an

  • Die vom Iran unterstützte libanesische Hisbollah-Miliz feuerte mehrere Raketen auf Israel ab.
  • Die Begründung: Vergeltung für die Tötung von Irans oberstem Führer Ajatollah Ali Chamenei.
  • Es war der erste Raketenangriff seit Beginn der Waffenruhe mit Israel im November 2024.

Israel greift Ziele im Libanon an

  • Im Gegenzug startete Israel Angriffe auf die libanesische Hauptstadt Beirut und andere Gebiete des Landes.
  • Ziele sind Waffenlager und Infrastruktur der Hisbollah sowie ranghohe Mitglieder der Miliz, explizit auch Anführer Naim Kassim.
  • Rund 30 Menschen wurden nach libanesischen Angaben getötet und etwa 150 verletzt. Die Menschen haben Angst vor einem neuen Krieg, Familien flüchteten aus dem Raum Beirut.

(dpa)

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