Italien gibt EU-Kommission Zusage für umstrittene Bahntrasse

Seit Jahren gibt es Proteste, die Regierung in Rom will das Projekt dennoch durchdrücken. Streitpunkt: die umstrittene Bahnstrecke zwischen Frankreich und Italien.

Rom (dpa) - Das italienische Transportministerium hat der EU-Kommission zugesagt, sich weiterhin an der Fertigstellung der umstrittenen Bahnstrecke zwischen Frankreich und Italien zu beteiligen.

Ein entsprechender Brief sei am späten Freitagabend vom Transportministerium an die Exekutivagentur für Innovation und Netze in Brüssel geschickt worden, berichtete unter anderem die Nachrichtenagentur Ansa am Samstag.

Die Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Turin und Lyon (TAV) ist ein Zankapfel zwischen den Regierungspartnern Fünf-Sterne-Bewegung und Lega. Ihretwegen stand die Koalition erst vor wenigen Monaten auf der Kippe. Vergangene Woche hatte sich Regierungschef Giuseppe Conte gegen den Abbruch des Projekts ausgesprochen, da dies teurer sei, als es fertigzustellen. Im norditalienischen Susatal unweit von Turin gingen am Samstag laut Ansa mehrere Hundert Menschen gegen das Projekt auf die Straße.

Die rechte Lega ist für das Milliardenprojekt, die Fünf-Sterne-Bewegung - die das Transportministerium führt - dagegen. Conte hatte noch im März Zweifel an dem Bahnprojekt geäußert. Seine Kehrtwende erklärte er damit, dass die EU mehr Geld für die Förderung zugesagt habe.

Die geplante insgesamt 270 Kilometer lange Bahntrasse mit einem rund 60 Kilometer langen Tunnel durch die Alpen ist seit Jahren avisiert und wird bereits von der EU gefördert. Auf einem Teil wurde auch schon mit den Bauarbeiten begonnen. Die Strecke soll sowohl die Zugfahrten zwischen Städten in Europa wie Mailand, Venedig, Barcelona, Lissabon und Paris beschleunigen, als auch den Güterverkehr auf die Schienen bringen.

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