Aufwärmpunkte sind für viele Einwohner Kiews der einzige Zufluchtsort. (Archivbild)
Aufwärmpunkte sind für viele Einwohner Kiews der einzige Zufluchtsort. (Archivbild) Bild: Danyil Bashakov/AP/dpa
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Klitschko: Wieder Heizung für mehr Wohnblocks in Kiew

Die ukrainische Hauptstadt ist nach einem schweren russischen Angriff immer noch fast lahmgelegt. Bei Frost dauern die Reparaturen lange. Neue Luftangriffe schaffen neuen Probleme.

Kiew.

Nach tagelangem Heizungsausfall kommt die Wiederherstellung der Fernwärme in der ukrainischen Hauptstadt Kiew nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko voran. Etwa 50 Wohnblocks seien noch ohne Heizung, schrieb er auf Telegram. Nach einem massiven russischen Luftangriff am 9. Januar war zunächst für 6.000 Häuser die Fernwärme ausgefallen, also die Hälfte des Wohnungsbestandes. 

"Die kommunalen Mitarbeiter arbeiten rund um die Uhr", schrieb Klitschko. In Kiew herrscht strenger Winter mit bis zu 16 Grad Frost nachts. Viele Häuser sind ausgekühlt. 

Erneut 50.000 Haushalte ohne Strom

Weiterhin schwierig ist die Stromversorgung der Dreimillionenstadt. In vielen Wohnungen gibt es wegen Notfallabschaltungen nur für wenige Stunden Strom. Durch einen weiteren Luftangriff auf das Kiewer Umland in der Nacht zum Samstag sei im Vorort Butscha für 56.000 Haushalte der Strom ausgefallen, teilte der Versorger DTEK mit. In den Vororten Browary und Boryspil gebe es Notabschaltungen. Das Winterwetter erschwere die Reparaturarbeiten.

Ebenso wurden in der Nacht Energieanlagen im südlichen Gebiet Odessa beschossen, wie die örtlichen Behörden mitteilten. Aus Sicht der Ukraine versucht die russische Armee mit systematischen Angriffen auf die Infrastruktur mitten im Winter die großen Städte unbewohnbar zu machen.

Klitschko steht unter Druck, denn Präsident Wolodymyr Selenskyj hat ihm wegen angeblich mangelnder Vorbereitung auf eine Notlage in Kiew heftige Vorwürfe gemacht. Der Ex-Boxweltmeister weist dies zurück. Zwischen Selenskyj und ihm gibt es eine alte politische Fehde.

Selenskyj will mehr Strom importieren

Der Präsident beriet mit seiner Führung am Samstag über die Krise der Energieversorgung und sprach nach eigenen Angaben erneut die Lage in Kiew an. Es müsse geklärt werden, wie viele Häuser tatsächlich noch ohne Heizung seien. Zugleich forderte er, Stromimporte in die Ukraine müssten schnell erhöht werden. (dpa)

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