Russland und die USA wollen sich bei ihren Gesprächen zur Ukraine nicht in die Karten schauen lassen. (Archivbild)
Russland und die USA wollen sich bei ihren Gesprächen zur Ukraine nicht in die Karten schauen lassen. (Archivbild) Bild: Grigory Sysoyev/Pool Sputnik Kremlin/dpa
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Kreml besteht auf Geheimhaltung bei Ukraine-Gesprächen

Fünf Stunden lang sprach Kremlchef Putin mit US-Vertretern. Zu den Ergebnissen gibt man sich wortkarg. Doch einen Punkt verbucht Moskau als Gewinn.

Moskau.

Der Kreml besteht auf Geheimhaltung von Details der Gespräche mit den USA über ein mögliches Ende des Ukraine-Krieges. "Je stiller diese Gespräche geführt werden, desto produktiver sind sie", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow nach einem langen Treffen von Präsident Wladimir Putin mit US-Unterhändlern in Moskau. "An dieses Prinzip werden wir uns halten, und wir hoffen, dass unsere amerikanischen Gegenüber sich auch an dieses Prinzip halten", sagte er der Nachrichtenagentur Tass zufolge.

Peskow: Keine Ablehnung des US-Friedensplans

Zwar brachte das Gespräch am Dienstagabend keine Einigung, Peskow wollte dies aber nicht als Ablehnung des US-Friedensplans verstanden wissen. "Wir sind bereit, uns so oft zu treffen, wie nötig, um eine Friedensregelung zu erreichen", sagte er. Auch ein weiteres Telefonat Putins mit US-Präsident Donald Trump könne jederzeit organisiert werden.

Der US-Sondergesandte Steve Witkoff hatte bei seinem sechsten Treffen mit Putin den Stand der US-Überlegungen für einen Frieden erläutert. Erstmals wurde er im Kreml von Trumps Schwiegersohn Jared Kushner begleitet.

Auch Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow sagte nach dem fünfstündigen Treffen, es sei noch kein Kompromiss gefunden worden. "Einige der amerikanischen Vorschläge scheinen mehr oder weniger annehmbar, aber man muss über sie beraten", sagte er Tass zufolge. Andere Formulierungen seien für Moskau nicht annehmbar. Ein Knackpunkt scheint demnach die verlangte Abtretung ukrainischer Gebiete zu sein. Putin fordert den ganzen Donbass, obwohl seine Armee nicht alle Teile des Gebiets kontrolliert. Kiew lehnt die Preisgabe ab.

US-Unterhändler flogen direkt nach Hause

Als diplomatischen Punktgewinn verbucht der Kreml, dass Witkoff und Kushner nach dem Treffen im Kreml nicht mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sprachen, sondern zu Trump in die USA flogen. "Sie haben uns versprochen, nach Hause nach Washington zurückzukehren", sagte Uschakow. Moskau legt großen Wert auf den direkten Kontakt mit den USA; die Ukraine wird nicht als Gesprächspartner anerkannt. (dpa)

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