Dass Trump sich nach der breiten Kritik an dem Post offenbar zum Handeln genötigt sah, ist bemerkenswert. (Archivbild).
Dass Trump sich nach der breiten Kritik an dem Post offenbar zum Handeln genötigt sah, ist bemerkenswert. (Archivbild). Bild: Evan Vucci/AP/dpa
Welt
Obamas als Affen dargestellt: Trump-Post wieder gelöscht

Ein Beitrag auf Donald Trumps Sprachrohr Truth Social zeigt eine rassistische Darstellung der Obamas. Die Empörung und Kritik sind offensichtlich so groß, dass das Weiße Haus reagiert.

Washington.

Nach massiver Kritik ist ein Beitrag auf einem Social-Media-Account von US-Präsident Donald Trump, der eine rassistische Darstellung von Ex-Präsident Barack Obama und dessen Frau als Affen enthielt, wieder gelöscht worden. Ein hochrangiger US-Regierungsbeamter bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass der Beitrag inzwischen entfernt worden sei. Weiter hieß es: "Ein Mitarbeiter des Weißen Hauses veröffentlichte den Beitrag fälschlicherweise." 

Zuvor hatte das Weiße Haus Kritik an dem Beitrag noch zurückgewiesen. Dieser war auf Trumps wichtigem Online-Sprachrohr Truth Social veröffentlicht worden, der Account des Präsidenten hat dort mehr als 11 Millionen Follower. 

Der Demokrat Obama ist der erste Schwarze, der zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wurde. Er war von 2009 bis 2017 im Amt.

Schwarze sehen sich immer wieder Rassismus ausgesetzt, bei dem der Vergleich zu Affen als Mittel zur Beleidigung und Herabwürdigung angewandt wird. Auch in Deutschland sorgten beispielsweise wiederholt Vorfälle in Fußballstadien für Schlagzeilen.

Empörung über Rassismus

Die Empörung über den Trump-Post war groß. Sie kam auch aus den Reihen der Republikaner, der Partei Trumps. Der republikanische Senator Tim Scott schrieb auf der Plattform X, es sei das Rassistischste, was er bisher aus diesem Weißen Haus gesehen habe. "Der Präsident sollte das entfernen", schrieb Scott, der selbst Schwarzer ist.

Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom, der als möglicher Kandidat der Demokraten für die nächste Präsidentenwahl gilt, schrieb: "Widerliches Verhalten des Präsidenten. Jeder einzelne Republikaner muss das verurteilen. Sofort."

Schlingerkurs im Weißen Haus

Das Weiße Haus hatte zunächst versucht, den Beitrag mit der rassistischen Darstellung zu rechtfertigen. Regierungssprecherin Karoline Leavitt hatte zunächst in einem Statement, das zum Beispiel der TV-Sender CNN verbreitete, geschrieben, man solle mit der gespielten Empörung aufhören. Es handele sich um einen Ausschnitt aus einem Internet-Meme-Video, in dem Trump als König des Dschungels und die Demokraten als Charaktere aus dem Filmklassiker "König der Löwen" dargestellt seien. Was genau zum Umschwenken in der Kommunikationsstrategie führte, ist unklar.

Die Obama-Darstellung war Teil eines Beitrags auf dem Trump-Account, der sich um angebliche Manipulationen bei der von Trump verlorenen Wahl 2020 drehte. Nach etwa einer Minute erschienen in einem kurzen Einschub die Gesichter von Barack und Michelle Obama mit Affenkörpern zur Melodie von "The Lion Sleeps Tonight". Der Ausschnitt mit den Obamas stammt wahrscheinlich aus einem mit Künstlicher Intelligenz erzeugten Video, das von einem anderen Konto erstellt wurde und bereits im Herbst vergangenen Jahres kursierte, wie eine Untersuchung des Faktencheck-Teams der dpa ergab.

Nicht das erste Mal rassistische Darstellung

Dass Trump nun zurückruderte und nach der massiven Kritik sich offensichtlich zum Handeln genötigt sah, ist bemerkenswert. Es ist nicht das erste Mal, dass sich Trump rassistischer Bilder oder Sprache bedient. Im Oktober zum Beispiel hatte Trump ein KI-Video verbreitet, auf dem der schwarze Demokrat Hakeem Jeffries mit Schnurrbart und einem buntem Sombrero auf dem Kopf zu sehen ist. Neben ihm wettert sein ebenfalls KI-generierter Parteikollege Chuck Schumer über die Demokraten. "Niemand mag die Demokraten mehr", heißt es, "sogar Latinos hassen uns". Hinterlegt ist das Video mit mexikanischer Mariachi-Musik. 

Im Dezember hatte Trump außerdem Somalia als miserables Land und aus dem ostafrikanischen Staat stammende Menschen als Müll bezeichnet. (dpa)

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