Der britische Prinz Harry verlangt Respekt für die Opfer der Nato-Verbündeten im Afghanistan-Einsatz. (Archivfoto)
Der britische Prinz Harry verlangt Respekt für die Opfer der Nato-Verbündeten im Afghanistan-Einsatz. (Archivfoto) Bild: James Manning/PA Wire/dpa
Welt
Prinz Harry fordert von Trump Respekt für Nato-Verbündete

Der US-Präsident löst mit geringschätzigen Äußerungen über den Beitrag anderer Nato-Staaten Ärger bei Verbündeten aus. Der wohl berühmteste Afghanistan-Veteran will das nicht auf sich sitzen lassen.

London.

Prinz Harry fordert Respekt von US-Präsident Donald Trump für die Opfer der amerikanischen Nato-Verbündeten in Afghanistan. Das machte der jüngere Sohn von König Charles III. in einer ungewöhnlich scharf formulierten Mitteilung deutlich. 

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor mit abfälligen Äußerungen zu Nato-Truppen in Afghanistan für Aufruhr in Großbritannien und Polen gesorgt. In einem Interview des Senders Fox News behauptete Trump, dass die USA das Verteidigungsbündnis niemals gebraucht hätten. Mehrere Nato-Staaten hätten zwar nach dem 11. September 2001 Truppen nach Afghanistan geschickt, diese seien jedoch "etwas abseits der Frontlinien" geblieben, so der US-Präsident.

Das veranlasste den Afghanistan-Veteranen Harry nun wohl dazu, seine bisherige Zurückhaltung in Äußerungen zum US-Präsidenten aufzugeben. Er wies darauf hin, dass die USA nach den Anschlägen vom 11. September 2001 als einziger Nato-Staat jemals den Bündnisfall ausgerufen hatten. Zum Afghanistan-Einsatz sagte er: "Ich habe dort gedient, ich habe Freunde fürs Leben gemacht. Und ich habe Freunde verloren. Das Vereinigte Königreich allein hat 457 Militärangehörige verloren." Tausende Leben seien für immer verändert worden, Eltern hätten ihre Kinder begraben müssen und Kinder ihre Eltern verloren. "Diese Opfer verdienen, dass man mit Wahrhaftigkeit und Respekt über sie spricht (...)", so der Royal weiter. 

Harry geriet zeitweise ins Visier der Maga-Bewegung

Die Arbeit mit Kriegsveteranen und Hinterbliebenen von Gefallenen ist eines von Harrys Herzensanliegen. Mit den Invictus Games hat er einen internationalen Wettbewerb für versehrte Veteranen geschaffen, der große Beachtung findet und 2023 in Düsseldorf ausgetragen wurde.

Der Herzog von Sussex hat den engeren Kreis der Königsfamilie vor etwa sechs Jahren verlassen und lebt mit seiner Frau Herzogin Meghan und den beiden gemeinsamen Kindern im US-Bundesstaat Kalifornien. Zuletzt hielten sich die beiden deutlich zurück mit Kritik an Trump. Harry war zeitweise ins Visier der Maga-Bewegung (Make America Great Again) geraten: Nachdem er in seiner Autobiografie zugegeben hatte, Drogen konsumiert zu haben, forderten Trump-Anhänger eine Überprüfung seines Aufenthaltsstatus in den USA. (dpa)

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