Der rassistische Beitrag auf seinem Account wird gelöscht - doch eine Entschuldigung hält Trump nicht für nötig.
Der rassistische Beitrag auf seinem Account wird gelöscht - doch eine Entschuldigung hält Trump nicht für nötig. Bild: Jose Luis Magana/AP/dpa
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Rassistischer Post - Trump sieht keinen Fehler bei sich

Ein Beitrag auf Trumps Social-Media-Account zeigt eine rassistische Darstellung der Obamas. Das führt zu heftiger Kritik. Es ist nicht der erste so gelagerte Fall.

Washington.

US-Präsident Donald Trump will sich für einen rassistischen Post auf seinem Social-Media-Account nicht entschuldigen. Der Beitrag ist inzwischen gelöscht - die Empörung über das Video, in dem Ex-Präsident Barack Obama und dessen Frau Michelle als Affen dargestellt werden, ist trotzdem riesig. 

Dies sei das Rassistischste, was er bisher aus diesem Weißen Haus gesehen habe, schrieb der schwarze republikanische Senator Tim Scott auf X. Für eine Entschuldigung sieht Trump dennoch keinen Grund. Auf eine entsprechende Frage sagte er vor Journalisten: "Nein, ich habe keinen Fehler gemacht."

Stattdessen behauptete er am Freitag (Ortszeit) vor Journalisten im Regierungsflieger Air Force One, der "am wenigsten rassistische Präsident, den ihr seit langem hattet", zu sein. Dabei ist der US-Präsident schon öfter mit rassistischen Äußerungen aufgefallen. Einige Beispiele:

Dezember 2025: Trump bezeichnet Menschen aus Somalia als Müll

Der Republikaner bezeichnet Somalia als miserables Land und aus dem ostafrikanischen Staat stammende Menschen als Müll. "Ich will sie nicht in unserem Land haben. Ich bin ehrlich. Manche sagen vielleicht: "Oh, das ist politisch nicht korrekt." Das ist mir egal. Ich will sie nicht in unserem Land haben", sagte Trump am Ende einer Kabinettssitzung. Die USA könnten den einen oder den anderen Weg einschlagen, "und wir werden den falschen Weg einschlagen, wenn wir weiterhin Müll in unser Land lassen". Im Bundesstaat Minnesota, der im Zentrum der Abschiebepolitik der Trump-Regierung steht, gibt es eine große somalische Gemeinde. 

Der US-Präsident greift auch die schwarze Abgeordnete Ilhan Omar immer wieder heftig an. Mit Blick auf ihre somalische Wurzeln hat er der US-Bürgerin schon häufiger nahegelegt, sie solle nach Somalia "zurückgehen". Bisweilen bezeichnete er die linke Abgeordnete auch als "garstig" oder machte sich über das Kopftuch der Muslimin lustig.

September 2024: Trump behauptet, Migranten äßen Haustiere

In einem TV-Duell gegen die Demokratin Kamala Harris unterstellt Trump als republikanischer Präsidentschaftskandidat Migranten, sie äßen Haustiere. "In Springfield essen sie die Hunde - die Leute, die hierhergekommen sind - sie essen die Katzen. Sie essen die Haustiere der Menschen, die dort leben", sagte er, ohne jeglichen Beleg für die Behauptung zu nennen. Trump nahm damit Bezug auf eine Aussage seines Vizepräsidentschaftskandidaten J.D. Vance, der zuvor den Vorwurf in Umlauf gebracht hatte, Migranten aus Haiti würden in Springfield in seinem Heimat-Bundesstaat Ohio Haustiere klauen und essen.

Trump über Harris im Juli 2024: "Plötzlich schwarz" geworden 

Als republikanischer Präsidentschaftskandidat löst Trump mit einer bizarren Attacke auf seine damalige Kontrahentin Kamala Harris Empörung aus. Harris habe lange ausschließlich mit ihrer indischen Abstammung geworben und sei dann "plötzlich schwarz" geworden, sagte Trump bei einem Auftritt vor der Vereinigung schwarzer Journalisten in Chicago. "Sie war immer indischer Abstammung und hat nur mit ihrer indischen Abstammung geworben", sagte Trump. "Ich wusste nicht, dass sie schwarz ist, bis sie vor einigen Jahren plötzlich schwarz wurde. Und jetzt will sie als Schwarze bekannt sein", fuhr er fort. Er respektiere beides, ergänzte er. Harris ist die erste Frau, die erste Schwarze und die erste Amerikanerin mit asiatischen Wurzeln, die den Eid als US-Vizepräsidentin ablegte.

Was Trump über das Video auf seinem Account sagt

Im aktuellen Fall sagte Trump nun, er habe sich lediglich den Beginn des Videos angeschaut. Er nehme an, dass am Ende etwas zu sehen gewesen sei, was Leuten nicht gefalle - ihm gefalle es auch nicht, aber er habe es nicht gesehen. 

Auf die Frage, ob er die rassistischen Inhalte des Videos verurteile, sagte Trump: "Natürlich tue ich das." Das Weiße Haus hatte zunächst versucht, den Beitrag mit der rassistischen Darstellung zu rechtfertigen. Sprecherin Karoline Leavitt schrieb in einem Statement, das zum Beispiel der TV-Sender CNN verbreitete, man solle mit der gespielten Empörung aufhören. Es handle sich um einen Ausschnitt aus einem Internet-Meme-Video, in dem Trump als König des Dschungels und die Demokraten als Charaktere aus dem Filmklassiker "König der Löwen" dargestellt seien. 

Später wurde der Post von Trumps Account gelöscht, die Schuld wurde auf einen Mitarbeiter geschoben, der den Beitrag fälschlicherweise veröffentlicht habe.

Die Obama-Darstellung war Teil eines Beitrags auf Trumps Account, in dem es um angebliche Manipulationen bei der von Trump verlorenen Wahl 2020 ging. Nach etwa einer Minute erschienen in einem kurzen Einschub die Gesichter der Obamas mit Affenkörpern zur Melodie von "The Lion Sleeps Tonight". Der Demokrat Obama ist der erste Schwarze, der zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wurde. Er war von 2009 bis 2017 im Amt. (dpa)

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