Kubas Führung sprach von einem Einsatz zum "Schutz der Souveränität". (Archivbild)
Kubas Führung sprach von einem Einsatz zum "Schutz der Souveränität". (Archivbild) Bild: Michael Kappeler/dpa
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Schüsse auf See: Kuba will Terrorplan vereitelt haben

Ein in den USA registriertes Schnellboot wird vor Kubas Küste von Grenzschützern gestoppt. Die Situation eskaliert, Schüsse fallen, es gibt Tote und Verletzte. Die US-Regierung verspricht Aufklärung.

Havanna/Washington.

Kubanische Grenzschützer haben nach Angaben der Regierung Kubas bei einer tödlichen Schießerei auf offener See ein in den USA registriertes Boot mit Terrorverdächtigen gestoppt. Vier der zehn Menschen auf dem Schnellboot wurden demnach getötet, die anderen verletzt. Auch der Kommandant des kubanischen Patrouillenboots sei bei dem Schusswechsel vor der Nordküste des Karibikstaats verletzt worden. Die US-Regierung sprach von einem "sehr ungewöhnlichen" Vorfall und kündigte eigene Nachforschungen an.

Laut dem Innenministerium in Havanna verfolgte die zehnköpfige Besatzung des Schnellboots terroristische Absichten und wollte illegal nach Kuba eindringen. An Bord des Bootes seien Waffen, Sprengsätze und Tarnuniformen gefunden worden. Näheres zu den angeblichen Motiven der Gruppe wurde nicht mitgeteilt. Es werde weiter ermittelt. 

Ein Verdächtiger wurde den Angaben zufolge zudem in Kuba festgenommen. Er habe gestanden, aus den USA "entsandt" worden zu sein, um sich an der terroristischen Operation zu beteiligen. "Alle Beteiligten sind in den Vereinigten Staaten lebende Kubaner", teilte die Regierung des sozialistischen Inselstaats mit. Die meisten von ihnen seien schon vorher wegen krimineller und gewalttätiger Aktivitäten bekannt gewesen.

Den Angaben aus Havanna zufolge hatten Grenzschützer das Boot am Mittwochmorgen (Ortszeit) in kubanischen Territorialgewässern nahe Cayo Falcones entdeckt. Es habe sich bis auf etwa eine Seemeile der Küstenprovinz Villa Clara genähert. Als eine Einheit der Grenztruppen zur Identifizierung an das Boot herangefahren sei, habe die Besatzung das Feuer eröffnet. 

"Der kubanischen Regierung kann man nicht trauen"

US-Außenminister Marco Rubio äußerte sich während eines Besuchs im karibischen Inselstaat St. Kitts und Nevis zu dem Vorfall. Verschiedene Teile der US-Regierung seien damit befasst, Informationen zu sammeln und zu verifizieren, sagte er vor Journalisten. Bis Näheres feststehe, wolle er nicht über das Geschehen spekulieren. 

Derartige Schießereien auf offener See seien "sehr ungewöhnlich", sagte US-Außenminister Rubio. (Archivbild)
Derartige Schießereien auf offener See seien "sehr ungewöhnlich", sagte US-Außenminister Rubio. (Archivbild) Bild: Alex Brandon/Pool AP/AP/dpa

"Es reicht zu sagen, dass es sehr ungewöhnlich ist, solche Schießereien auf offener See zu sehen", sagte Rubio. Mit Kuba sei so etwas schon sehr lange nicht mehr passiert. US-Beamte waren Rubio zufolge jedenfalls nicht beteiligt.

Die US-Botschaft in Havanna versuche noch herauszufinden, ob es sich bei den Opfern um US-Bürger oder Personen mit ständigem Wohnsitz in den USA gehandelt habe, sagte der Minister. Aktuell stammten die meisten Informationen, die die USA hätten, noch von kubanischen Behörden. Deren Angaben zufolge sei das Boot im US-Bundesstaat Florida registriert gewesen. Man gehe dem nach.

Zuvor hatte Floridas Justizminister James Uthmeier eine gemeinsame Untersuchung mit Hilfe der Bundesbehörden zu dem tödlichen Zwischenfall angekündigt. "Der kubanischen Regierung kann man nicht trauen, und wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um diese Kommunisten zur Rechenschaft zu ziehen", versprach der Republikaner.

Die kubanische Führung stellte es erwartungsgemäß anders dar. "Kuba bekräftigt seinen Willen, die Territorialgewässer zu schützen, wobei die nationale Verteidigung eine grundlegende Säule für den kubanischen Staat zum Schutz seiner Souveränität und der Stabilität in der Region ist", ließ das Präsidialamt über die Plattform X wissen. 

Wie es um die Beziehung der USA und Kubas steht

Die seit Langem bestehenden Spannungen zwischen den USA und Kuba hatten sich in den vergangenen Wochen noch einmal verschärft. Unter US-Präsident Donald Trump üben die Vereinigten Staaten wieder verstärkten Druck auf Kubas kommunistische Regierung aus. So erhielt das Land seit Dezember kein Öl mehr aus Venezuela, da Trump eine vollständige Blockade für sanktionierte Öltanker mit Lieferungen aus dem südamerikanischen Bruderstaat anordnete. Außerdem drohte er mit Zöllen gegen Staaten, die Kuba mit Öl beliefern - woraufhin etwa Mexiko, zuletzt größter Ölversorger der Insel, seine Lieferungen einstellte.

Die US-Ölblockade gegen Kuba verschärfte die schwere Energie- und Wirtschaftskrise in dem Karibikstaat - und führte dort zu einem akuten Versorgungsengpass. Trumps Regierung kündigte daraufhin jüngst an, den Verkauf von venezolanischem Öl an das kubanische Volk und an die Privatwirtschaft wieder zu genehmigen. Laut dem US-Finanzministerium soll der Export für kommerzielle und humanitäre Zwecke in Kuba erlaubt werden. Ein Teil der bestehenden Sanktionen bleibe jedoch bestehen. (dpa)

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