Treffen im Weißen Haus: Trump prägt Tempo und Themen
Treffen im Weißen Haus: Trump prägt Tempo und Themen Bild: Kay Nietfeld/dpa
Welt
Treffen im Weißen Haus: Merz redet drei Minuten, Trump 30

Wie schon beim früheren Besuch im Weißen Haus dominiert US-Präsident Trump das Treffen mit Bundeskanzler Merz. Der Kanzler hält sich kurz – setzt aber gezielte Akzente.

Washington.

Auch beim zweiten bilateralen Treffen von US-Präsident Donald Trump mit Bundeskanzler Friedrich Merz im Weißen Haus war die Redezeit deutlich ungleich verteilt. Die rund 35-minütige Pressekonferenz im Oval Office wurde klar von Trump dominiert.

Der US-Präsident sprach ausführlich über den Militäreinsatz gegen den Iran, die Rolle europäischer Partner, Nato-Verteidigungsausgaben, Energiepolitik, Handelsfragen sowie den Ukraine-Krieg. Immer wieder beantwortete er Nachfragen von anwesenden Journalistinnen und Journalisten mit langen Ausführungen und griff dabei auch innenpolitische Themen auf.

Merz betont Bündnislinie und "Tag danach"

Merz kam insgesamt auf etwas mehr als drei Minuten Redezeit. Er setzte dabei gezielte Akzente: Der Kanzler betonte die gemeinsame Linie im Umgang mit dem Iran, verwies aber auf die Bedeutung eines "Tages danach" – die Notwendigkeit, bereits jetzt über politische Perspektiven und Sicherheitsstrukturen für die Zeit nach dem Konflikt zu sprechen.

Die infolge der Angriffe gestiegenen Energiepreise schadeten "natürlich unseren Volkswirtschaften", sagte Merz. Deshalb erwarte er, dass die israelische und amerikanische Armee "die richtigen Dinge" täten, um den Konflikt rasch zu beenden und eine neue Regierung zu ermöglichen, die Frieden und Stabilität bringe.

Zur Ukraine unterstrich Merz, dass deren territoriale Integrität gewahrt bleiben müsse. Vor dem Hintergrund von Trumps scharfer Kritik an Spanien betonte er zudem, dass alle Nato-Staaten ihre zugesagten Verteidigungsausgaben erfüllen müssten – ohne die Drohungen des US-Präsidenten direkt zu kommentieren. Mit Blick auf die US-Angriffe auf den Iran hatte Trump Spanien schreckliches Verhalten vorgeworfen.

Vertrautes Muster

Eine gewisse Parallele zum ersten Treffen zwischen Trump und Merz ist unverkennbar: Beim Antrittsbesuch vor zehn Monaten hatte Merz bei einer rund 42-minütigen Begegnung ebenfalls nur etwas mehr als drei Minuten gesprochen. Auch damals nahm Trump den überwiegenden Teil der Redezeit ein.

Während Merz von den Journalisten diesmal mehrfach direkt angesprochen wurde und einzelne Fragen beantwortete, blieb das Grundmuster gleich: Trump prägte Tempo, Themenwechsel und Ton der Pressekonferenz. (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
Das könnte Sie auch interessieren
06:07 Uhr
3 min.
Biathletin aus dem Erzgebirge beendet mit 20 überraschend ihre Karriere
Im Ziel wurde Rosalie Unglaube ein beeindruckender Empfang bereitet.
Ein starker Auftritt in Ruhpolding hätte Rosalie Unglaube einen Podestplatz im Deutschlandpokal beschert. Die Tannenbergerin stand im Ziel auch im Fokus – allerdings aus einem ganz anderen Grund.
Andreas Bauer
15:43 Uhr
5 min.
Kripobeamtin: Sahen eine Gefährdungslage für Christina Block
Nach der Entführung der Kinder von Christina Block sah die Hamburger Polizei nach Angaben einer Zeugin zunächst eine Gefährdungslage für die Mutter.
Hätte eine Kontaktaufnahme der Polizei zu Christina Block unmittelbar nach der Entführung ihrer Kinder ihre Unschuld belegen können? So argumentiert ihr Verteidiger nach der Aussage einer Polizistin.
04.03.2026
5 min.
Fünf Lehren aus dem Merz-Besuch bei Trump
Kanzler und US-Präsident kamen wieder gut miteinander zurecht im Oval Office.
Reden ist Silber, Schweigen ist Gold: An dieses Sprichwort hat sich Merz wie schon bei seinem ersten Mal im Oval Office auch jetzt wieder gehalten. Diesmal löst die Zurückhaltung aber Verärgerung aus.
Michael Fischer, dpa
03.03.2026
6 min.
Trump lobt Merz - und attackiert andere Europäer
Bundeskanzler Merz (l.) ist von US-Präsident Trump empfangen worden.
Bundeskanzler Merz trifft Donald Trump im Oval Office - und wird ausgesprochen freundschaftlich empfangen. Dafür geht der US-Präsident andere Nato-Verbündete hart an.
Michael Fischer und Jan Mies, dpa
15:45 Uhr
1 min.
Kreuzweg mit Bach-Werken in Jocketa-Pöhl
Eine besondere Passionsandacht findet in der Jocketaer Kirche statt.
Das Vokalensemble Sine nomine und Ronald Gruschwitz gestalten eine Passionsandacht am 13. März in der Dreifaltigkeitskirche. Was erklingen wird.
Lutz Kirchner
12.03.2026
17 min.
Das Geheimnis der verschwundenen Dörfer im böhmischen Erzgebirge
Auf dieser Hochfläche am Erzgebirgskamm lebten einmal 1000 Menschen. Von dem Dorf Hirschenstand steht heute nur noch eine Handvoll Häuser.
Nach der Vertreibung der deutschen Bevölkerung 1945/46 hörten im tschechischen Teil des Erzgebirges Dutzende Dörfer auf zu existieren. Unser Autor machte sich auf die Suche.
Oliver Hach
Mehr Artikel