Trump beleidigt Demokratinnen rassisistisch und legt nach

Der US-Präsident forderte Abgeordnete im Kongress zu Heimkehr in vermeintliche Heimatländer auf. Doch das reicht ihm nicht.

Washington.

Niemals nachzugeben, sondern im Zweifelsfall im Gegenteil den Einsatz noch zu erhöhen, gehört zu den gängigsten Praktiken von Donald Trump. So legte der US-Präsident, nachdem er am Sonntag viele Menschen in den USA mit einem offen rassistischen Tweet geschockt hatte, am Montag noch einmal nach: "Wann werden die radikalen linken Kongressabgeordneten sich bei unserem Land entschuldigen, beim israelischen Volk und auch bei diesem Präsidenten für die widerwärtige Sprache, die sie benutzen?", fragte er.

Für eine Entschuldigung hätte tatsächlich alleine Trump selbst einen Grund gehabt. Nachdem er morgens einen Beitrag bei seinem Lieblingssender Fox über junge, weibliche Kongressabgeordnete um die Aktivistin Alexandria Ocasio-Cortez gesehen hatte, schoss er am Sonntag eine rassistische Breitseite ab. Er kritisierte, dass "radikale linke Kongressabgeordnete" den Amerikanern Ratschläge gäben und forderte sie auf, besser in ihre vermeintliche Heimatländer zurückzugehen: "Warum gehen sie nicht zurück und helfen dabei, die total kaputten und von Kriminalität befallenen Orte in Ordnung zu bringen, aus denen sie kommen?".

Zwar nannte der US-Präsident keine Namen. Doch ist klar, auf wen sich der Ausfall bezieht: die vier dunkelhäutigen Abgeordneten Ayanna Pressley, Rashida Tlaib, Alexandria Ocasio-Cortez und Ilhan Omar, die im vorigen Herbst in das Repräsentantenhaus gewählt wurden und sich "The squad" ("Das Team") nennen. Mit scharfer Kritik an seiner Person und der Forderung nach einem Amtsenthebungsverfahren haben die Parlamentarier Trump immer wieder geärgert. Zudem liegt vor allem die linke Aktivistin Ocasio-Cortez mit der eigenen Parteiführung der Demokraten im Clinch, so dass Trump offenbar die Gelegenheit sah, seine rechte Basis zu mobilisieren und zugleich die Opposition zu spalten.

Zumindest das zweite Vorhaben scheint nicht aufgegangen sein. Die Empörung von demokratischer Seite war ebenso massiv wie einhellig. Der Präsident wolle die Nation spalten, kritisierte Nancy Pelosi, die Sprecherin des Repräsentantenhauses: "Sein Ziel ist es, Amerika wieder weiß zu machen." Die Abgeordnete Ayanna Pressley sagte: "So sieht Rassismus aus. Wir sind das, was Demokratie ist, wir gehen nirgendwo hin."

Tatsächlich wurden drei der vier Parlamentarierinnen in den USA geboren. Die schwarze Ayanna Pressley stammt aus Cincinnati. Die Muslimin Rashida Tlaib hat palästinensische Vorfahren, die nach Amerika auswanderten und wurde in Detroit geboren. Die Familie von Alexandria Ocasio-Cortez stammt aus Puerto Rico, was zu den USA gehört, und wurde in New York geboren. Alleine Ilhan Omar wurde außerhalb des Landes in Somalia geboren, floh mit ihren Eltern vor dem Krieg und erlangte als 17-jährige die US-Staatsbürgerschaft.

Chris Murphy, Senator von Connecticut, brachte die Ressentiments auf den Punkt: "Er spricht gar nicht über im Ausland geborene Mitglieder des Kongresses", sagte der Demokrat: "Er sagt, dass Du kein echter Amerikaner bist, wenn Du schwarz bist oder ein Latino, ganz egal, wo Du geboren wurdest. Das ist nackter, ekelhafter Rassismus."

Anders als in früheren Fällen - keinen namhaften republikanischen Politiker, der Trump kritisierte. Das stachelte den US-Präsidenten offenbar noch weiter an: "Wir alle wissen, dass AOC (Alexandria Ocasio-Cortez) und ihre Gruppen ein Haufen von Kommunisten sind... Ihre Politik wird unser Land zerstören", legte er in einer weiteren Twittersalve am späteren Montagmorgen nach.

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