Wer nach Kosslick kommt: Die neue Doppelspitze der Berlinale

Für Dieter Kosslick wird es die letzte Berlinale als Direktor. Was machen die Neuen?

Berlin (dpa) - Wenn Dieter Kosslick im Frühjahr als Festivalleiter aufhört, übernimmt erstmals in der Geschichte der Berlinale eine Doppelspitze die Führung. Neuer künstlerischer Leiter wird der Italiener Carlo Chatrian (47), ihm zur Seite steht Mariette Rissenbeek (62) als geschäftsführende Leiterin.

Chatrian hat die letzten sechs Jahre das Filmfestival im schweizerischen Locarno verantwortet. Die gebürtige Niederländerin Rissenbeek ist seit 2011 Geschäftsführerin der German Films und Marketing GmbH, der Auslandsvertretung des deutschen Films.

Mit öffentlichen Äußerungen zu den Filmfestspielen halten sich die beiden bisher zurück. Aber sie haben sich in Berlin sicher längst orientiert. «Ich halte es für bedeutsam, die Erfahrungen langjähriger Mitarbeiter zu kennen und zu nutzen», hatte Chatrian im Sommer während des Festivals in Locarno der Deutschen Presse-Agentur gesagt.

Chatrian nannte den Wechsel nach Berlin eine «großartige Herausforderung», Rissenbeek sprach damals in dem Interview von «einer einzigartigen Chance». «Mehr als 350.000 Tickets werden jedes Jahr verkauft. Das wollen wir natürlich halten oder sogar noch ausbauen», sagte Rissenbeek in Locarno.

An diesem Donnerstag beginnen die 69. Internationalen Filmfestspiele in Berlin. Kosslick hatte angedeutet, sich mal mit seinen Nachfolgern zu zeigen. Details sind bisher nicht bekannt. Rissenbeek und Chatrian dürften hinter den Kulissen wohl zahlreiche Gespräche mit ihren künftigen internationalen Partnern führen.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) sagte mal, Chatrian habe sich in Locarno einen weltweit hervorragenden Ruf erworben. Er habe durch seine Leidenschaft für den Film überzeugt und sei weltweit bestens vernetzt. Beide können das im kommenden Jahr unter Beweis stellen - bei der dann 70. Berlinale.

Eine Reihe von Filmschaffenden hatte einen Neustart des Festivals gefordert. Manche kritisierten die Filmauswahl unter Kosslick und die Größe des Festivals. Als Ziel der Planung nannte es Chatrian im Sommer, «der Kreativität so viel Raum wie nur möglich zu geben».

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