Bahn fährt wieder mit längeren ICE-Zügen

Kunden sollen auf Abstand sitzen können - Neue Auslastungsanzeige kommt

Die Deutsche Bahn fährt ihr Angebot im Fernverkehr wieder hoch. Es gebe seit einigen Tagen wieder eine höhere Nachfrage nach Tickets, insbesondere bei Fernzügen. "Wir merken, dass die Menschen anfangen, etwas sicherer zu werden, und wieder längerfristig buchen", sagte Berthold Huber, der für den Personenverkehr verantwortliche Vorstand bei der Deutschen Bahn, am Montag. Was die Reisendenzahlen angeht, liege man im Moment bei etwa 50 Prozent des Vorjahresniveaus, sagte er mit Blick auf die Buchungen. Im Zuge der Coronakrise waren die Zahlen um rund 90 Prozent eingebrochen. Man werde für die "mehr gewordenen Kunden" ausreichend Sitzplätze zur Verfügung stellen, damit sich die Kunden in den Zügen gut verteilen könnten, so Huber.

Auf stark nachgefragten Strecken, auf denen die Bahn zuletzt mit nur einem ICE-Teil unterwegs war, sollen die Züge demnach wieder in Doppeltraktion fahren - was eine Verdopplung der Sitzplatzanzahl bedeutet. Ab dem Pfingstwochenende soll den Kunden auch insgesamt ein größeres Angebot zur Verfügung stehen. Zusätzlich zur Wiederaufnahme touristischer Fernlinien in die Alpen und an die See würden besonders nachgefragte ICE-Städteverbindungen verstärkt. Auch die ICE-Sprinter-Züge zwischen Berlin und München kämen zurück, der erste ab 2. Juni. Sukzessive wolle man zudem die internationalen Verbindungen wieder aufnehmen. Huber: "Wir gehen davon aus, dass wir bis Mitte Juni alle europäischen Nachbarländer wieder befahren werden."

Um die Auslastung der Züge besser steuern zu können, führt die Bahn in der App sowie auf der Buchungswebseite eine neue Auslastungsanzeige ein. Fernzüge werden als stark ausgelastet angezeigt, sobald ein Zug über Vorabbuchungen zu mehr als 50 Prozent belegt ist. Ziel sei es, die Reisenden auf möglichst viele Züge zu verteilen, sodass sie auf Abstand zueinander sitzen könnten, hieß es. Die Zahl der Reservierungen werde begrenzt. Bei Zügen mit voraussichtlich sehr hoher Auslastung könne der Ticketverkauf ausgesetzt werden.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.