Bankchef Carlo Messina verspricht sich von dem Vorhaben Synergien von rund 2,9 Milliarden Euro vor Steuern. (Archivbild)
Bankchef Carlo Messina verspricht sich von dem Vorhaben Synergien von rund 2,9 Milliarden Euro vor Steuern. (Archivbild) Bild: Lena Klimkeit/dpa
Wirtschaft
Bank Intesa will Monte dei Paschi für 30 Milliarden kaufen

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Bieterkampf um Monte dei Paschi: Die Großbank Intesa bietet Milliarden, Banco BPM will auch mitmischen. Steht der größte Deal in der seit 2024 anhaltenden Fusionswelle unter Italiens Geldhäusern an?

Turin/Siena/Verona.

Die Fusionswelle unter Italiens Banken geht weiter: Die Turiner Großbank Intesa Sanpaolo will für mehr als 30 Milliarden Euro ihre heimische Konkurrentin Banca Monte dei Paschi di Siena übernehmen, wie sie am Montag mitteilte. Bereits am Wochenende hatte die deutlich kleinere Banco BPM mitgeteilt, mit Monte dei Paschi zusammengehen zu wollen. Damit kündigt sich ein Bieterkampf um die einstige Krisenbank an, die vor neun Jahren vom italienischen Staat vor dem Untergang gerettet worden war. 

An der Börse wurden die Neuigkeiten gegensätzlich aufgenommen: Die Aktie der Banca Monte dei Paschi legte am Morgen in Mailand um knapp 10 Prozent zu. Das Papier von Intesa Sanpaolo gab hingegen um knapp vier Prozent nach, und der Kurs von Banco BPM fiel um etwa ein halbes Prozent.

Anhaltende Fusionswelle unter Italiens Geldhäusern

Eine Übernahme von Monte dei Paschi wäre der größte Deal in der seit 2024 anhaltenden Fusionswelle unter Italiens Geldhäusern. Im vergangenen Jahr hatte Monte dei Paschi selbst ihre Konkurrentin Mediobanca übernommen, und Banco BPM kaufte den Vermögensverwalter Anima. 

Der Versuch der Großbank Unicredit, Banco BPM zu kaufen, scheiterte hingegen. Unicredit-Chef Andrea Orcel konzentriert sich seitdem auf eine Übernahme der Frankfurter Commerzbank.

Banco BPM hat ihre potenzielle Offerte für Monte Paschi noch nicht beziffert. Es hatte lediglich geheißen, dass die fusionierte Bank auf einen gemeinsamen Börsenwert von mehr als 50 Milliarden Euro käme. Geplant sei eine Fusion unter Gleichen. Banco BPM selbst ist an der Börse lediglich rund 20 Milliarden Euro wert, woraus sich für Monte dei Paschi eine Bewertung von rund 30 Milliarden ergibt.

Intesa Sanpaolo ist mit einem Börsenwert von knapp 100 Milliarden Euro deutlich größer. Für jede Monte-dei-Paschi-Aktie bietet das Institut 1,6 Intesa-Aktien plus einen Euro in bar. Dies entspricht zusammen gut 10 Euro und liegt 12,5 Prozent über dem Schlusskurs der Monte dei Paschi vom Freitag. Insgesamt bewertet das Gebot das Geldhaus aus Siena mit rund 30,6 Milliarden Euro.

Um die einstige Krisenbank, die vor neun Jahren vom italienischen Staat vor dem Untergang gerettet worden war, kündigt sich ein Bieterkampf an. (Archivbild)
Um die einstige Krisenbank, die vor neun Jahren vom italienischen Staat vor dem Untergang gerettet worden war, kündigt sich ein Bieterkampf an. (Archivbild) Bild: Lena Klimkeit/dpa

Im Zuge der Übernahme würde Monte dei Paschi keineswegs ganz in dem Turiner Geldhaus aufgehen: Um kartellrechtlichen Bedenken vorzubeugen, will Intesa die Marke Monte dei Paschi, rund die Hälfte von deren Filialen, den Großteil der Konzernzentrale und weitere Vermögenswerte an den Versicherer Unipol verkaufen. Unipol werde dafür etwa 3 bis 3,5 Milliarden Euro bezahlen, hieß es weiter.

Etwa 635 Geschäftsstellen von Monte dei Paschi sollen an Unipol gehen, die restlichen 625 an Intesa. Die jüngst von Monte dei Paschi übernommene Bank Mediobanca soll samt ihrer Marke bei Intesa landen.

Synergien von rund 2,9 Milliarden Euro erhofft 

Bankchef Carlo Messina verspricht sich von dem Vorhaben Synergien von rund 2,9 Milliarden Euro vor Steuern. Diese würden im Jahr 2029 erreicht. Davon soll mit 1,5 Milliarden gut die Hälfte aus Kostensenkungen und der Rest aus höheren Erträgen stammen. Andererseits erwartet er einen Integrationsaufwand von 2,1 Milliarden Euro, der nach Steuern mit 1,4 Milliarden Euro zu Buche schlagen würde.

Das Geldhaus aus Turin will auch die mit der Übernahme verbundene 13-prozentige Beteiligung am Versicherer Generali behalten und zudem um etwa 3 Prozentpunkte aufstocken. Dabei handele es sich um eine reine Finanzbeteiligung, beteuerte Intesa. Generali hatte in der jüngeren Vergangenheit wiederholt Übernahmeinteresse auf sich gezogen. (dpa)

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