Der Bieterkampf um Warner Brothers geht in eine neue Runde. (Archivbild)
Der Bieterkampf um Warner Brothers geht in eine neue Runde. (Archivbild) Bild: Jae C. Hong/AP/dpa
Wirtschaft
Bieterkampf: Warner spricht mit Paramount über neues Gebot

Die Familie des Tech-Milliardärs Larry Ellison will ihren Hollywood-Konzern Paramount unbedingt mit Warner Brothers fusionieren. Mit der Aussicht auf mehr Geld erreichte sie neue Gespräche.

Los Angeles.

Im Bieterkampf um das Hollywood-Urgestein Warner Brothers bekommt Paramount doch noch eine Chance, sich gegen den bisher vorn liegenden Rivalen Netflix durchzusetzen. Paramount stellte eine Erhöhung des Gebots in Aussicht und hat nun eine Woche Zeit, den Verwaltungsrat von Warner Bros. Discovery in neuen Verhandlungen zu überzeugen.

Zugleich bekräftigte der Warner-Verwaltungsrat seine Empfehlung an die Aktionäre, das Übernahmeangebot von Netflix anzunehmen. Die Abstimmung darüber wurde auf den 20. März angesetzt. Allerdings könnten die neuen Verhandlungen mit Paramount den Streaming-Riesen zwingen, sein Angebot zu erhöhen.

Paramount ließ nicht locker

Warner und Netflix waren Anfang Dezember eine verbindliche Übernahmevereinbarung für das Studio- und Streaming-Geschäft eingegangen. Wenige Tage später wandte sich Paramount direkt an die Aktionäre und bot 108,4 Milliarden Dollar für den gesamten heutigen Konzern Warner Bros. Discovery samt der TV-Sender wie unter anderem CNN. Beim knapp 83 Milliarden Dollar (71 Mrd Euro) schweren Netflix-Gebot sollen die Fernsehsender in ein eigenständiges Unternehmen abgespalten werden. 

Paramount bemühte sich in den vergangenen Wochen, die bisherigen Einwände von Warner auszuräumen und an den Verhandlungstisch zu kommen. Dazu gehörte das Versprechen, die Zahlung von 2,8 Milliarden Dollar zu übernehmen, die Warner an Netflix bei einer Auflösung des bereits vereinbarten Übernahmedeals mit dem Streaming-Konzern überweisen müsste.

Netflix stimmte nun zu, dass Warner sieben Tage lang mit Paramount verhandelt. Auslöser für die neuen Gespräche ist Warner zufolge, dass ein Vertreter von Paramount mündlich eine Offerte von 31 Dollar pro Aktie in Aussicht gestellt habe. Das wäre ein Dollar mehr als das bisherige Paramount Angebot. Dabei habe es auch geheißen, dass es nicht das "beste und endgültige" Gebot von Paramount sei. Jetzt will der Warner-Verwaltungsrat herausfinden, wie weit Paramount gehen würde.

Zukunft von CNN

In dem Bieterkampf geht es auch um das Schicksal des Nachrichtensenders CNN, bei dem oft kritisch über US-Präsident Donald Trump berichtet wird. Trump sagte im Dezember, es müsse sichergestellt werden, dass CNN bei einem Deal auf jeden Fall den Besitzer wechsele.

Paramount wurde im vergangenen Jahr von der Familie des als Trump-Unterstützer bekannten Tech-Milliardärs Larry Ellison gekauft. Die Nachrichtenredaktion des Paramount-Senders CBS schlug seit der Übernahme durch die Ellisons zum Teil einen freundlichen Ton gegenüber der Trump-Regierung an. Trump-Kritiker in den USA befürchten, dass CNN unter dem Dach von Paramount die redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte. (dpa)

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