Cloud-Geschäft verhilft Microsoft zu Gewinnsprung

Die Corona-Pandemie treibt die Nachfrage nach IT-Diensten aus der Internet-Wolke an. Von diesem Trend profitiert derzeit vor allem Microsoft. Die Investoren freuen sich aber nicht nur über den Cloud-Boom, sondern setzen auch auf eine neue Spiele-Konsole.

Redmond (dpa) - Das boomende Cloud-Geschäft mit IT-Diensten im Internet hält den Software-Riesen Microsoft auf Erfolgskurs.

Im abgelaufenen Geschäftsquartal (bis Ende September) nahm der Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 30 Prozent auf 13,9 Milliarden Dollar (11,8 Mrd Euro) zu, wie Microsoft nach US-Börsenschluss in Redmond im US-Bundesstaat Washington mitteilte. Der Umsatz wuchs um zwölf Prozent auf 37,2 Milliarden Dollar. «Die Nachfrage nach unseren Cloud-Angeboten führte zu einem starken Start in das Geschäftsjahr», sagte Amy Hood, Finanzchefin von Microsoft.

Microsoft übertraf die Erwartungen der Wall-Street-Analysten deutlich, die Aktie reagierte nachbörslich zunächst mit Kursaufschlägen, fiel dann aber wieder etwas zurück. Das lukrative Geschäft mit Cloud-Services für andere Unternehmen und Apps brummte weiter - Microsofts Azure-Plattform steigerte die Erlöse um 48 Prozent.

Auch mit seinen Office-Programmen profitierte der Konzern vom pandemiebedingten Trend zur Heimarbeit. Microsoft drängt hier mit seinem Softwarepaket Teams in den Markt, das unter anderem mit der Kommunikationssoftware Slack und dem Videokonferenzdienst Zoom konkurriert. Teams hat nach Angaben von Microsoft-Chef Satya Nadella jetzt täglich mehr als 115 Millionen täglich aktive Nutzer verglichen mit 75 Millionen Anwendern im April.

Viele Veränderungen der Arbeitswelt, die wegen der Corona-Pandemie vorgenommen wurden, würden voraussichtlich von Dauer sein, sagte Nadella. «Es ist klar, dass die Menschen mehr Flexibilität brauchen werden, wann, wo und wie sie arbeiten.» Die wirtschaftliche Leistung jedes Unternehmens im kommenden Jahrzehnt werde durch die Geschwindigkeit ihrer digitalen Transformation bestimmt.

Starker Nachfrage erfreuten sich auch das Gaming-Geschäft rund um die Xbox-Spielkonsole und Microsofts «Surface»-Tablets. Hier gab es Umsatzanstiege um 30 beziehungsweise 37 Prozent. Insgesamt verbuchte die PC-Sparte, zu der auch das Betriebssystem Windows zählt, einen sechsprozentigen Zuwachs der Erlöse auf 11,8 Milliarden Dollar.

Besonders beim Videogaming dürfen die Investoren noch mehr erwarten. Microsoft wird in diesem Quartal seine neue Spielekonsole Xbox Series X auf den Markt bringen. «Wir erwarten eine sehr starke Nachfrage nach der Einführung unserer Xbox-Konsolen der X- und S-Serie der nächsten Generation», sagte Hood.

Microsoft hat die Corona-Krise bislang nichts anhaben können, die Aktie ist seit Jahresbeginn um mehr als 36 Prozent gestiegen. In diesem Jahr hat der Konzern seinen Börsenwert um ein Drittel auf 1,6 Billionen Dollar erhöht.

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