Dax im Rally-Modus: Über 12.000 Punkten

Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat am Dienstag einen starken Start in die Woche hingelegt. Anleger setzten unverändert auf eine Konjunkturerholung. Von einer solchen könnte die exportlastige deutsche Wirtschaft überdurchschnittlich profitieren.

Der deutsche Leitindex zog um 3,75 Prozent auf 12.021,28 Punkte an und ließ erstmals seit Anfang März die Marke von 12.000 Zählern wieder hinter sich. Am Pfingstmontag wurde am deutschen Markt nicht gehandelt.

Der Dax hatte allerdings auch Nachholpotenzial, denn am Pfingstmontag waren die deutschen Börsen geschlossen geblieben - im Unterschied zu den meisten anderen Handelsplätzen Europas, an denen es am Montag bereits aufwärts gegangen war. Der MDax der mittelgroßen deutschen Titel kletterte am Dienstag um 2,70 Prozent auf 26.080,63 Punkte. Der Index schloss erstmals seit Anfang März über 26.000 Zählern.

Bei der Lufthansa steht unverändert die Rettung im Blickfeld. Die angeschlagene Fluggesellschaft nahm auf dem Weg zu staatlichen Hilfen mit der Zustimmung des Aufsichtsrats zu den Auflagen der EU-Kommission eine weitere Hürde. Allerdings flaute der Rückenwind für die Aktien stark ab: Nach einem Anstieg um in der Spitze 8,6 Prozent schloss der Kurs 3,4 Prozent höher.

Die größten Verlierer der Corona-Krise waren am Dienstag tonangebend. So standen unter anderem die Aktien von Autobauern und ihren Zulieferern bei Anlegern hoch im Kurs. Im Dax gehörten Daimler mit einem Kurssprung von 7,7 Prozent und dem höchsten Stand seit Anfang März zu den Favoriten.

Auch die Papiere von Flugzeugbauern zogen an: Airbus schossen an der Spitze des MDax um mehr als zwölf Prozent nach oben. Unter den Zulieferern ging es für die Aktien des Triebwerkherstellers MTU im Dax um gut zehn Prozent aufwärts.

Zum zweitgrößten Gewinner im MDax hinter Airbus mauserten sich Aroundtown. Im europaweit sehr starken Immobiliensektor waren sie nach der Ankündigung von Aktienrückkäufen besonders gefragt. Die Freude der Anleger darüber katapultierte die Papiere um 11,4 Prozent nach oben auf den höchsten Stand seit Mitte März.

Als negative Ausnahme fiel Sartorius mit einem Abschlag von 3,4 Prozent auf, nachdem sie im frühen Handel mit dem Anstieg auf 339 Euro noch ein Rekordhoch erreicht hatte. Dann aber setzten Gewinnmitnahmen ein.

Spannend könnte es nach Handelsschluss für die Anleger von Bayer werden, die Aktien rückten um 5,3 Prozent vor. Bei dem Pharma- und Agrarchemiekonzern geht der Rechtsstreit wegen angeblicher Krebsrisiken von Unkrautvernichtern mit dem Wirkstoff Glyphosat in die nächste Runde. Die erste Anhörung vor dem Berufungsgericht findet um 18.00 Uhr deutscher Zeit in San Francisco statt.

Für den Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 ging es am Dienstag um 2,63 Prozent auf 3159,02 Punkte nach oben. In Paris legte der Cac 40 um 2 Prozent zu und in London der FTSE 100 um 0,9 Prozent. Der Dow Jones Industrial lag zum deutschen Börsenschluss mit einem halben Prozent im Plus.

Der Euro befindet sich weiter im Aufwind: Die Gemeinschaftswährung legte zuletzt auf 1,1175 US-Dollar zu. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1174 (Montag: 1,1116) Dollar festgesetzt.

Am deutschen Anleihemarkt stieg der Rentenindex Rex um 0,02 Prozent auf 144,57 Punkte. Die Umlaufrendite stieg von minus 0,41 auf minus 0,39 Prozent. Der Bund-Future lag mit 0,01 Prozent im Plus bei 171,90 Punkten.

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