Dax legt vor Weihnachten etwas zu

Frankfurt/Main (dpa) - Kurz vor dem Weihnachtsfest hat der Dax am Freitag mühsam den Sprung ins Plus geschafft. Der deutsche Leitindex war am «Hexensabbat» zunächst bis auf 10.512 Punkte und damit auf ein neues Tief seit zwei Jahren gefallen, bevor er sich wieder erholte.

Am Ende stieg der Dax um 0,21 Prozent auf 10.633,82 Punkte. Auf Wochensicht steht ein Minus von 2,13 Prozent zu Buche. Der MDax als Index der mittelgroßen Werte rückte am Freitag um 0,38 Prozent auf 21.605,17 Punkte vor.

«Mit der aufkommenden Unruhe im Weißen Haus wegen eines drohenden Regierungsstillstands gesellt sich ein weiterer Risikofaktor zu den altbekannten politischen Krisen wie dem Brexit und dem Handelsstreit», betonte Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Ein Stillstand der Regierungsgeschäfte droht, wenn sich Präsident Donald Trump und der US-Kongress im Streit um die Finanzmittel für eine Grenzmauer nach Mexiko nicht umgehend einigen.

Allgemein war der Handel zu Wochenschluss wegen des «Hexensabbats» von Schwankungen geprägt. An diesem Tag liefen Terminkontrakte auf Aktien und Indizes an den Terminbörsen aus. Der Effekt davon, dass Spekulanten die Kurse kurz vor dem Jahreswechsel noch versuchen, in ihre Richtung zu beeinflussen, zeigte sich besonders stark bei den nachrichtlich bewegten Einzelwerten. In gleich mehreren Fällen wechselten diese zwischenzeitlich munter ihre Richtung.

Unter besonderer Beobachtung standen die Papiere des Sportartikelherstellers Adidas nach starken Geschäftszahlen des US-Wettbewerbers Nike. Die Adidas-Aktien legten um 0,54 Prozent zu. Anteilsscheine von Puma gewannen mehr als 2 Prozent.

Den Anlegern von Delivery Hero brachte der Verkauf der deutschen Lieferdienste an den Konkurrenten Takeaway.com eine vorgezogene Bescherung ein. Der Deal hatte die Aktien zeitweise mit 25 Prozent ins Plus katapultiert, zum Handelsschluss stand noch ein Gewinn von rund 10 Prozent. Die Reaktionen auf die ins Auge gefasste Verschmelzung zweier großer Marktteilnehmer fielen positiv aus.

Die Papiere des 3D-Druckerherstellers SLM Solutions waren der nächste im Bunde mit deutlichen Schwankungen. Wegen einer erneuten Umsatz- und Gewinnwarnung tiefrot gestartet, drehten sie beim bisherigen Rekordtief von 9,55 Euro nach oben ab bis in die Gewinnzone, die sie dann aber schnell wieder verließen. Am Ende betrug das Minus dann wieder gut 6 Prozent.

Unter den Favoriten im Dax gewannen Lufthansa 3,64 Prozent. Bei dem Dialyseanbieter Fresenius Medical Care ging der Abwärtsstrudel am Index-Ende derweil um 1,79 Prozent weiter.

Der EuroStoxx 50, der Leitindex der Eurozone, schloss 0,02 Prozent höher auf 3000,61 Punkte und auch die Börsen in Paris und London bewegten sich letztlich kaum vom Fleck. In den USA legte der Dow Jones Industrial zum Handelsschluss in Europa etwas zu.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,10 Prozent am Vortag auf 0,11 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,01 Prozent auf 141,69 Punkte. Der Bund-Future gab um 0,11 Prozent auf 163,35 Punkte nach. Der Kurs des Euro fiel: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1414 (Donnerstag: 1,1451) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8761 (0,8733) Euro.

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