Energieverbrauch und CO2-Emissionen gehen zurück

Seit mehr als zehn Jahren sinkt der Energieverbrauch in Deutschland, allerdings unter Schwankungen und nicht in jedem Jahr. Die Tendenz setzt sich 2019 fort. Die Energiebranche selbst meldet bereits, sie habe ihr Klimaziel für 2020 erreicht.

Berlin (dpa) - Der Energieverbrauch in Deutschland wird in diesem Jahr nach vorläufigen Berechnungen um rund zwei Prozent auf 437 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten zurückgehen.

Da der Verbrauch von Kohle in den ersten neun Monaten besonders stark rückläufig war, sei auch von einem merklichen Rückgang der CO2-Emissionen auszugehen, teilte die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) in Berlin mit. Dazu liegen jedoch bei der AGEB noch keine Berechnungen vor.

Die Energiewirtschaft habe in den ersten neun Monaten ihre CO2-Emissionen um 40 Millionen Tonnen gegenüber dem Vorjahreszeitraum verringert, teilte der Branchenverband BDEW in Berlin mit. Damit werde sie ihr Klimaziel von 40 Prozent weniger CO2 gegenüber 1990 bereits in diesem Jahr erreichen und nicht erst 2020. «Keine andere Branche hat es bisher geschafft, den CO2-Ausstoß so drastisch zu reduzieren», sagte BDEW-Hauptgeschäftsführer Stefan Kapferer. «Für die anderen Sektoren heißt es jetzt Ärmel hochkrempeln.»

Vor allem im Mobilitäts- und Gebäudebereich gebe es noch einiges zu tun. Im Verkehrssektor sei der CO2-Ausstoß in den vergangenen 30 Jahren lediglich um ein Prozent gesunken. Ursachen für den außerordentlich starken Rückgang bei der Energiewirtschaft im laufenden Jahr seien ein hoher Anteil der erneuerbaren Energien von 43 Prozent, ein deutlicher Anstieg des CO2-Preises und die Stilllegung von Steinkohlekraftwerken.

Diese Faktoren wirken sich auch beim Blick auf die Gesamtwirtschaft aus. Die AGEB nannte als Ursachen für den Rückgang des Energieverbrauchs eine höhere Energieeffizienz, Veränderungen im Energiemix und konjunkturell bedingte Rückgänge in besonders energieintensiven Industriezweigen. Andere Einflüsse steigerten den Verbrauch, zum Beispiel kühleres Wetter, eine wachsende Bevölkerungszahl und eine höhere Wirtschaftsleistung. Ohne Einfluss der Witterung hätte der Verbrauchsrückgang sogar drei Prozent betragen.

Besonders rückläufig waren in den ersten neun Monaten der Verbrauch von Steinkohle mit minus 18,4 Prozent und von Braunkohle mit minus 21,7 Prozent. Im Gegenzug legten die erneuerbaren Energien um vier Prozent zu, auch wegen vieler windreicher Tage. Allein die Windkraft produzierte 17 Prozent mehr Strom. Der Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten deutschen Energieverbrauch erhöhte sich damit von 13,9 auf 14,8 Prozent.

Die beiden wichtigsten Energieträger Öl und Gas legten um 1,9 und 3,9 Prozent zu. Der Gasverbrauch stieg nicht nur wegen eines hohen Heizbedarfs im kühlen Frühjahr, sondern vor allem wegen des gestiegenen Einsatzes von Erdgas in Kraftwerken.

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