Filmstars sollen junge Käufer für Caravaning begeistern

Zum Campen mit dem Wohnmobil fahren galt einmal als altbacken. Seit einiger Zeit interessieren sich auch wieder jüngere Kunden für Caravan und Co. Branchenriese Thor will deshalb zusammen mit Hymer und prominenter Unterstützung die Käufer von Morgen erreichen.

Düsseldorf (dpa) - Mit Social-Media wollen die seit Februar unter dem Dach von Thor Industries agierenden Wohnmobilhersteller Hymer und Thor verstärkt auch junge Käufer für das Caravaning begeistern.

«Social Marketing wird zu einem Kernelement im Dialog mit unseren Kunden», sagte der Geschäftsführer des baden-württembergischen Herstellers Hymer, Martin Brandt.

Auf den Social-Media-Plattformen Instagram und Twitter gehe es einfach nur um Partnerschaften, betonte Thor-Geschäftsführer Bob Martin im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur vor der am Freitag startenden Branchenmesse Caravan Salon in Düsseldorf.

«Wir haben unsere Wohnmobile schon an Filmstars für ein Wochenende ausgeliehen und die haben Millionen von Followern», erklärte Martin weiter. Auch die amerikanische TV-Köchin Martha Stewart (78) habe schon in einem Wohnmobil der Unternehmensgruppe gekocht. Die Stars setzten dann gemäß einem Vertrag Posts mit den Fahrzeugen ab und das Unternehmen profitiere von deren Reichweite.

In Deutschland werden Wohnmobile von Jahr zu Jahr beliebter: Laut dem Caravaning Industrie Verband (CIVD) stiegen die Verkaufszahlen in den ersten sieben Monaten dieses Jahres um 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und erreichten ein neues Rekordniveau. Die Fans des Camping-Lifestyles werden laut Thor-Chef Martin zudem immer jünger. Deshalb wollen die Unternehmen vor allem die sogenannten Millenials mit Social Media erreichen, also die Menschen, die heute zwischen Anfang zwanzig und Ende dreißig sind.

Ein wichtiger Schritt war dafür die Übernahme der Hymer Group für rund 1,9 Milliarden Euro im Februar. Damit stieg der US-amerikanische Branchenriese Thor nicht nur zum Marktführer auf, sondern setzte auch einen Fuß in das wichtige Europageschäft. Branchenexperten sehen die Fusion der beiden Unternehmensgruppen positiv. Dadurch öffneten sich für Hymer weltweit neue Märkte, etwa indem sie das Vertriebsnetz von Thor mitnutzen könnten, sagte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen.

Kritisch in der mittelständisch geprägten Caravanbranche seien die bisweilen niedrigen Stückzahlen, wodurch die Kosten pro Fahrzeug hoch seien. «Durch den neuen US-Mutterkonzern dürfte Hymer mehr Wohnmobile verkaufen - die Stückzahlen werden also hochfahren, was gegenüber der Konkurrenz ein Wettbewerbsvorteil ist», erklärte Dudenhöffer weiter.

Für den Verbraucher hat die Übernahme nach Aussagen der Geschäftsführer von Hymer und Thor Vorteile im Hinblick auf die Caravan-Ausstattung, weil beide Unternehmen etwa ihre Technologie austauschen können. Thor habe zum Beispiel mehr Erfahrung bei den sogenannten Slide-Outs, einem Mechanismus, mit dem man ein Wohnmobil verbreitern und für die Fahrt wieder verengen kann, erläuterte Brandt.

Aber auch für Thor und seine bekannteste Marke Airstream springt etwas dabei raus: «Die können jetzt leichter etwa für den Markt in Deutschland produziert und angepasst werden, weil wir das an unseren Fertigungsstandorten machen können», erklärte Brandt.

Hymer und Thor beschäftigen zusammen etwa 25.000 Menschen und kommen auf einen Umsatz von fast zehn Milliarden Dollar (gut 9,0 Mrd Euro). Mit der Übernahme brachte die Hymer-Gruppe neben der Marke Hymer noch 23 weitere wie Dethleffs und Bürstner mit. Thor hat nun 42 Marken im Campingwagen- und Wohnmobilbereich.

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