Hoffnung auf weniger Chaos treibt Dax an

Frankfurt/Main (dpa) - Am deutschen Aktienmarkt haben sich die Anleger am Donnerstag erneut optimistisch gezeigt.

Weitere Abstimmungsschlappen für den britischen Premier Boris Johnson und seine No-Deal-Brexit-Pläne erfreuten die Investoren ebenso wie die Ankündigung neuer Gespräche im Handelsstreit zwischen den USA und China. Der Dax baute seine deutlichen Vortagesgewinne aus und stand zum Börsenschluss mit 0,85 Prozent bei 12.126,78 Punkten im Plus.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen gewann 0,47 Prozent auf 25.867,38 Punkte. In Europa ging es für den EuroStoxx 50 um 0,98 Prozent nach oben. In Frankreich stieg der Cac 40 um 1,11 Prozent. Der Londoner FTSE 100 gab zum Handelsende um 0,55 Prozent nach. In den USA stand der Dow Jones zum europäischen Börsenschluss mit 1,62 Prozent im Plus.

Wie chinesische Staatsmedien berichteten, sollen neue direkte Gespräche zwischen den beiden Handelsstreitparteien USA und China Anfang Oktober im Rahmen des regelmäßigen strategischen Wirtschafts- und Handelsdialogs beider Länder in Washington stattfinden.

Mit Blick auf den Brexit gab die britische Regierung ihren Widerstand gegen ein Gesetz auf, das einen ungeregelten Brexit verhindern soll, wie die britische Nachrichtenagentur PA meldete. Demnach einigte sich die Regierung mit der Opposition, den Gesetzentwurf im Oberhaus nicht länger durch Verfahrenstricks aufzuhalten.

Hierzulande und auch europaweit standen Autobauer und -zulieferer erneut in der Gunst der Anleger. Volkswagen, BMW und Daimler hatten im August starke Absatzanstiege auf dem wichtigen US-Markt erzielt. Die Aktien der Unternehmen gewannen zwischen 1,95 und 3,14 Prozent.

In dem freundlichen Umfeld erholten sich auch die Papiere von Thyssenkrupp etwas von ihren monatelangen Verlusten und zogen zum Handelsende um rund 6,23 Prozent an. Grund sind Berichte, dass sich der finnische Kone-Konzern für ein potenzielles Kaufangebot der Aufzugssparte mit Partnern verbünden könnte. Das Unternehmen interessiert sich schon länger für die Sparte, die Thyssenkrupp eigentlich zum Teil an die Börse bringen wollte. Wegen seines insgesamt stark gesunkenen Aktienkurses muss der Konzern allerdings den Dax zum 23. September verlassen. Ersetzt wird er durch den Triebwerksbauer MTU.

Schwächster Dax-Wert war RWE mit einem Minus von 2,36 Prozent. Händler verwiesen auf einen Bericht des «Tagesspiegel» über einen Entwurf des Steinkohleausstiegsgesetzes. Demzufolge soll es nur bis 2030 Entschädigungen für stillgelegte Kraftwerke geben.

Im MDax ging die Erholungsrally der Siltronic-Papiere nach einem positiven Analystenkommentar mit einem Kursgewinn von fast acht Prozent weiter. Auf dem vorletzten Platz im MDax lagen Aktien von Scout24 mit einem Minus von 2,74 Prozent. Nach der geplatzten Übernahme hatten die Finanzinvestoren Hellmann & Friedman zuletzt ihr Aktienpaket für 52 Euro je Anteilsschein verkauft. Das war ein Abschlag von rund zwei Prozent zum Mittwochsschlusskurs.

Zweitbester Wert im Nebenwerte-Index SDax waren die Aktien von Eckert & Ziegler. Zum Börsenschluss stand nach einem Analystenkommentar ein Gewinn von fast 12 Prozent zu Buche. Die Papiere des Solar- und Windparkbetreibers Encavis fielen dagegen nach der Aufstockung einer Wandelanleihe um 6,39 Prozent auf den letzten Platz im SDax.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,67 Prozent am Vortag auf minus 0,64 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,12 Prozent auf 146,84 Punkte. Der Bund-Future gab um 0,78 Prozent auf 177,28 Punkte nach. Der Euro kostete zuletzt 1,1038 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,1058 (Mittwoch: 1,1018) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9043 (0,9076) Euro.

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