IG Metall: Fortsetzung von Gesprächen zur 35-Stunden-Woche

Seit Jahren hoffen Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie im Osten auf die flächentarifliche 35-Stunden-Woche. Nun sind die Verhandlungen erneut unterbrochen worden - doch noch ist alles offen.

Berlin (dpa/bb) - Die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie im Osten dürfen weiter auf einen Durchbruch bei den Verhandlungen über die flächentarifliche 35-Stunden-Woche hoffen. Die in der Nacht zum Donnerstag unterbrochenen Gespräche sollen voraussichtlich am Montag fortgesetzt werden, wie eine Sprecherin der IG Metall sagte. Zuvor hatten Arbeitgeber und Gewerkschaft rund 15 Stunden um eine Angleichung der Arbeitszeiten zwischen Ost und West für die Tarifgebiete Berlin, Brandenburg und Sachsen gerungen. «Die Gespräche laufen nach wie vor», sagte ein Sprecher der Arbeitgeberseite, ohne sich zum Inhalt der Gespräche zu äußern.

Einige Forderungen der Arbeitgeberseite seien weiterhin strittig und ungelöst, hieß es von der IG Metall. Der bis hierhin erzielte Gesprächsstand werde am Freitag der Tarifkommission vorgestellt und diskutiert. In der kommenden Woche soll es dann weitergehen.

Bereits im Jahr 2003 versuchte die IG Metall die 35 Stunden-Woche in den östlichen Bundesländern durchzusetzen und dadurch eine Angleichung mit dem Westen zu erreichen - ohne Erfolg. Auch im aktuell gültigen Manteltarif von Anfang 2018 sind weiter 38 Stunden festgeschrieben. Allerdings einigten sich beide Seiten in dem Vertrag auf erneute Gespräche über eine Angleichung. Im Westen ist die 35-Stunden-Woche für die Metall- und Elektroindustrie bereits seit 1996 überall gültig.

Die Gespräche zwischen den Tarifparteien waren zunächst nur für einige Bezirke geführt worden, wurden im März aber auf alle Tarifgebiete im Osten ausgeweitet. Weil die Verhandlungen nach der sechsten Gesprächsrunde im Juni weiter kein Ergebnis brachten, hatten sich beide Seiten für diese siebte Runde wieder auf drei Gebiete beschränkt. Nun wurden die Gespräche erneut unterbrochen.

Ein Vorschlag der Arbeitgeberseite in den Verhandlungen sah unter anderem einen Korridor von 30 bis 40 Stunden vor, der in den einzelnen Betrieben auf freiwilliger Basis hätte ausgestaltet werden sollen. Dem Arbeitgeberverband Gesamtmetall zufolge arbeiteten im Dezember vergangenen Jahres knapp 500 000 Menschen in der Metall- und Elektroindustrie in den ostdeutschen Ländern. Tariflich beschäftigt waren davon ein Jahr zuvor 80 000.

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