Insgesamt verzeichnen Männer laut der Studie eine Lebensarbeitszeit von 38,8 Jahren, während Frauen auf einen Wert von 28,8 Jahren kommen. (Symbolbild)
Insgesamt verzeichnen Männer laut der Studie eine Lebensarbeitszeit von 38,8 Jahren, während Frauen auf einen Wert von 28,8 Jahren kommen. (Symbolbild) Bild: Patrick Pleul/dpa
Wirtschaft
Je höher die Bildung, desto länger verdient man Geld

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Eine aktuelle Studie von Bevölkerungsforschern zeigt, warum ein Studium nicht zwangsläufig zu einer verkürzten Lebensarbeitszeit führt.

Wiesbaden.

Menschen mit hoher Bildung wie etwa einem Hochschulabschluss verbringen in Deutschland durchschnittlich die längste Lebenszeit in Erwerbsarbeit. Das hat eine Auswertung des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für demografische Forschung ergeben. Personen mit mittlerer und niedrigerer Bildung verbringen dagegen weniger Lebenszeit in Erwerbstätigkeit.

"Die vergleichsweise hohe Lebensarbeitszeit von Personen mit hoher Bildung lässt sich vor allem auf ihre durchgehend höheren Erwerbstätigenquote zurückführen", analysiert der BiB-Wissenschaftler Harun Sulak. Diese glichen zusammen mit der höheren Wochenarbeitszeit den im Durchschnitt späteren Eintritt in das Erwerbsleben durch längere Ausbildungszeiten mehr als aus. "Ein Studium führt also nicht zwangsläufig zu einer verkürzten Lebensarbeitszeit."

Männer verzeichnen eine längere Lebensarbeitszeit als Frauen

Zahlen für 2025 zeigten, dass die Lebensarbeitszeit bei Männern mit hoher Bildung 40,6 Jahre dauert, teilte das BiB mit. Bei Männern mit niedriger Bildung liege dieser Wert bei 31,3 Jahren. Bei Frauen beträgt der Unterschied zwischen Personen mit hoher und niedriger Bildung sogar 14 Jahre (31,9 im Vergleich zu 17,9 Jahren). Insgesamt verzeichnen Männer eine Lebensarbeitszeit von 38,8 Jahren, während Frauen auf einen Wert von 28,8 Jahren kommen.

Lebensarbeitszeit länger als Anfang der 1990er Jahre

Die Erwerbstätigkeit von Personen mit niedriger Bildung sei stärker von der konjunkturellen Entwicklung und der Lage auf dem Arbeitsmarkt abhängig, weshalb ihre Erwerbsbiografien öfter unterbrochen sind, bilanzierten die Wissenschaftler. Allgemein sei die Lebensarbeitszeit heute mit 33,8 Jahren mehr als anderthalb Jahre länger als Anfang der 1990er Jahre (1991: 32,1 Jahre). 

Vereinbarkeit von Familie und Beruf bleibt wichtiges Thema

"Damit werden die Beschäftigungspotenziale pro Person in einem höheren Maße ausgeschöpft, was sich fördernd auf die Stabilisierung der sozialen Sicherungssysteme in einer alternden Bevölkerung auswirkt", teilte das BiB mit. Potenzial sehen die Forschenden vor allem bei Frauen, bei älteren Personen und bei jüngeren und mittleren Altersgruppen mit niedriger Bildung. Dabei sei weiterhin die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein wichtiges Thema.

Die Auswertungen basieren den Angaben zufolge auf repräsentativen Daten des Mikrozensus, einer gesetzlich verbindlichen, regelmäßigen Haushaltsbefragung der amtlichen Statistik in Deutschland. Die geleisteten Wochenarbeitszeiten wurden auf Basis einer 40-Stunden-Woche gewichtet, wodurch Tätigkeiten in Teilzeit anteilig berücksichtigt wurden. (dpa)

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