Nach Thomas-Cook-Pleite blühen kreative Ideen auf Mallorca

«O'zapft is» - mit einem zehntägigen Oktoberfest will eine mallorquinische Touristenhochburg die Thomas-Cook-Pleite abfangen. Weitere politische Schritte sind geplant.

Palma/Madrid (dpa) - Mit ersten schnellen Maßnahmen versuchen Hoteliers, Gastronomen und Behörden auf Mallorca und in ganz Spanien die Folgen der Thomas-Cook-Pleite zu mildern.

Nur zwölf Tage nach dem Insolvenzantrag des britischen Reisekonzerns sollte am Freitagabend in der mallorquinischen «Briten-Hochburg» Magaluf ein kurzfristig organisiertes zehntägiges Oktoberfest beginnen. Die betroffenen Unternehmer wollten mit dieser und weiteren Aktionen vermeiden, früher schließen und die Mitarbeiter früher entlassen zu müssen, schrieb die Zeitung «Diario de Mallorca».

Man wolle die künftig ausbleibenden Briten vor allem durch Touristen aus Deutschland ersetzen, die normalerweise am sogenannten Ballermann-Quartier aufschlagen, zitierte «Diario de Mallorca» Hoteliers und Gastronomen aus Magaluf. Man wolle aber auch Spanier aus anderen Regionen des Landes auf die Insel locken.

Die Balearen-Regierung gab erste finanzielle Maßnahmen bekannt, mit denen die negativen Auswirkungen der Pleite abgefedert werden sollen. Von Januar an solle den Hoteliers die von Thomas-Cook-Kunden bezahlte Touristensteuer der Monate Juli, August und September 2019 ausbezahlt werden, sagte Ministerpräsidentin Francina Armengol nach einem Treffen mit Vertretern der Branche.

Madrid kündigte derweil am Donnerstag ein aus 13 Maßnahmen bestehendes 300-Millionen-Euro-Hilfspaket an, das hauptsächlich den Betroffenen auf den Balearen und den Kanaren, aber auch in anderen Regionen zugute kommen soll. Die Kanaren würden 400.000 und die Balearen 300.000 Gäste verlieren, die via Thomas Cook für die Herbst- und Wintersaison gebucht hätten, sagte Tourismusministerin Maria Reyes Maroto.

Für einige Unternehmen kommt derweil jede Hilfe zu spät. Vor allem Hotels in Cala Millor im Westen und in Cala d'Or im Südwesten Mallorcas hätten bereits beschlossen, die Winterpause um einen Monat vorzuverlegen, berichteten Regionalmedien. Laut dem Chef des spanischen Hoteldachverbandes, Juan Molas, müssten mindestens 500 Herbergen in Spanien wegen der ausbleibenden Touristen vorzeitig in die Winterpause gehen.

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