Porsche-Werk in Leipzig auf dem Weg zum Elektrostandort

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Mit der bereits fünften Werkserweiterung wird der Start eines vollelektrischen Macan vorbereitet. Doch auch mit Verbrennungsmotor wird es den SUV noch geben. Das hat einen bestimmten Grund.

Leipzig.

Noch gibt es keinen konkreten Zeitplan für den Start der Produktion des geplanten vollelektrischen Porsche Macan in Leipzig. Derzeit investiert der Sportwagenhersteller rund 600 Millionen Euro in die entsprechende Werkserweiterung. Alle Baumaßnahmen liegen nach Auskunft des Unternehmens im Zeitplan. Im Sommer vergangenen Jahres wurde die Halle für den Karosseriebau fertiggestellt. Derzeit werden die Produktionsanlagen aufgebaut. "Wir sind da sehr weit mit dem Fahrzeug", versicherte Porsche-Vorstandschef Oliver Blume am Freitag bei der Bilanzvorstellung der Volkswagen-Tochter.

Allerdings setzt Porsche nicht nur auf die reine Elektromobilität. Der aktuelle Macan erhält derzeit eine Auffrischung und wird dann parallel zur batterieelektrischen Variante angeboten, um auch auf den Märkten, die noch nicht die notwendige Infrastruktur haben, präsent bleiben zu können. Die bestehende Produktionslinie in Leipzig wurde deshalb für eine flexible Produktion erweitert. Künftig können auf einer Linie drei verschiedene Antriebsformen - Benzin-, Hybrid- und reine Elektrofahrzeuge - gefertigt werden. Im vergangenen Jahr waren rund ein Drittel aller in Europa ausgelieferten Porsche voll- oder teilelektrisch angetrieben, weltweit waren es 17 Prozent. 2025 wird nach den Planungen die Hälfte aller neu verkauften Porsche einen E-Motor haben, davon wiederum 80 Prozent rein batterieelektrisch.

Um das Ziel zu erreichen, will der Stuttgarter Sportwagenhersteller bis zum Jahr 2025 rund 15 Milliarden Euro investieren. Rund zehn Milliarden Euro fließen in die Elektrifizierung der Fahrzeuge, weitere fünf Milliarden Euro sind vorgesehen, um die Produkte und die Fertigungsprozesse zu digitalisieren.

Die Coronapandemie hat bei dem Sportwagenbauer keine tiefen Spuren hinterlassen. Im Geschäftsjahr 2020 hat die Porsche AG trotz leicht gesunkener Autoverkäufe den Umsatz um 0,6 Prozent auf 28,7Milliarden Euro gesteigert. Mit einem operativen Ergebnis von 4,2Milliarden Euro (im Vorjahr 4,4Milliarden Euro) und einer Umsatzrendite von 14,6 Prozent gehört Porsche zu den weltweit profitabelsten Autoherstellern. "Trotz der zahlreichen Herausforderungen haben wir unseren strategischen Zielkorridor erreicht", sagte Finanzvorstand Lutz Meschke.

Weltweit wurden mehr als 272.000 Fahrzeuge an Kunden ausgeliefert, das waren drei Prozent weniger als im Vorjahr. Im Werk Leipzig liefen vergangenes Jahr insgesamt 101.623 Fahrzeuge vom Band. Gefertigt wurden 78.642 Autos der Modellreihe Macan sowie 21.981 Panamera. An dem sächsischen Standort sind 4300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Insgesamt arbeiten bei Porsche gut 36.000 Menschen.

Um nach der Krise wieder mit voller Kraft durchstarten zu können, hat Porsche sein "Ergebnisprogramm 2025" nachgeschärft. Bis 2025 sollen insgesamt rund zehn Milliarden Euro eingespart werden, anschließend jedes Jahr weitere drei Milliarden Euro. "Es ist kein reines Sparprogramm, sondern auch ein Innovationsprogramm", erklärte Meschke. Kein Angestellter der Porsche AG müsse sich Sorgen machen. Ein Standortsicherungsprogramm garantiere die Arbeitsplätze der Stammbelegschaft bis 2030.

Trotz der Umwälzungen in der Automobilindustrie hin zur Elektromobilität soll es bei Porsche kein Abfindungsprogramm für Mitarbeiter geben. "Das würde die Beschäftigten demotivieren. Wir wollen sie ja mitnehmen auf die Reise", sagte Meschke. Wie in den Vorjahren wird die Belegschaft der Porsche AG am Unternehmenserfolg beteiligt. Für 2020 beträgt die freiwillige Sonderzahlung 7850 Euro.

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