Postbank bessert Angebot nach - Verdi prüft

In den festgefahrenen Tarifkonflikt bei der Postbank kommt Bewegung. Verdi will das neue Angebot des Arbeitgebers prüfen. Die Warnstreiks gehen aber vorerst weiter.

Frankfurt/Bonn/Berlin (dpa) - Die Postbank hat ihr Tarifangebot für rund 12.000 Beschäftigte nachgebessert, um unbefristete Streiks abzuwenden. Es sehe nun bei einer Laufzeit von 29 Monaten eine Gesamterhöhung der Tarifgehälter von rund 4,1 Prozent vor, teilte das Unternehmen in Bonn mit.

Die Gewerkschaft Verdi will prüfen, ob man anhand des neuen Angebots an den Verhandlungstisch zurückkehren könne, erklärte ihr Verhandlungsführer Jan Duschek. Immer noch lägen die Vorstellungen sehr weit auseinander. Das neue Angebot belege die Wirksamkeit der bisherigen Warnstreiks.

Nach Vorstellungen der Postbank soll die erste Gehaltsstufe nach fünf Nullmonaten zum 1. Januar 2020 greifen, eine zweite Stufe ab 2021. Zudem seien Lösungsansätze für verschiedene andere Themen unterbreitet worden, wie etwa zu den Ausbildungsvergütungen oder zu medizinischen Untersuchungen.

Im Durchschnitt der Laufzeit ergebe sich eine jährliche Steigerung von 1,7 Prozent, meinte Verdi-Verhandlungsführer Duschek. Verdi hatte 7 Prozent verlangt, wobei die Gehaltssteigerung wahlweise auch in Freizeit wandelbar sein sollte. Die Gewerkschaft hatte die Verhandlungen mit der Deutschen-Bank-Tochter vor vier Wochen für gescheitert erklärt und eine Urabstimmung über unbefristete Streiks eingeleitet. Die bereits gestarteten Warnstreiks sollen mindestens in dieser Woche weitergehen, kündigte Duschek an.

Mit der neuen Offerte will die Postbank wieder in den Verhandlungsmodus zurückkehren. «Mit unserem neuen Angebot kommen wir den Arbeitnehmern sehr stark entgegen und stoßen dabei an die Grenze dessen, was wirtschaftlich für uns tragfähig ist», erklärte Arbeitsdirektorin Britta Lehfeldt.

Verhandelt wird für etwa 12.000 Beschäftigte in der DB Privat- und Firmenkundenbank, den Postbank-Filialen sowie bei Tochterunternehmen.

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