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Die Stimmung in der Chemischen Industrie hat sich deutlich verschlechtert. (Archivbild)
Die Stimmung in der Chemischen Industrie hat sich deutlich verschlechtert. (Archivbild) Bild: Uwe Anspach/dpa
Wirtschaft
Stimmung in Chemie stürzt auf tiefsten Wert seit Sommer 2023

Die Konkurrenz aus dem Ausland macht der Branche zu schaffen. Ein Aspekt wird in der Befragung des Ifo-Instituts so schlecht beurteilt wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

München.

Die Stimmung in der Chemischen Industrie ist im Oktober auf den schlechtesten Wert seit mehr als zwei Jahren gefallen. Das vom Münchner Ifo-Institut erhobene Geschäftsklima für die Branche fiel um 7,4 Punkte auf minus 19,4. Zuletzt hatte es im Juli 2023 tiefer gelegen. "Die Entlastungsmaßnahmen der Bundesregierung reichen in der aktuellen Konjunkturlage nicht aus, um eine Trendwende einzuleiten", sagt Ifo-Expertin Anna Wolf. 

Vor allem die Zukunftsaussichten wurden negativer bewertet. Hier ging es um 9,6 Punkte auf minus 13,3 nach unten. Die aktuelle Lage wird mit minus 25,3 zwar noch schlechter beurteilt, hier fiel der Rückgang mit 5,5 Punkten aber etwas geringer aus. 

Wettbewerb, Auftragsmangel und schlechte Auslastung 

Unter anderem zwinge der gestiegene Wettbewerbsdruck aus dem Ausland viele Betriebe, ihre Preise zu senken, heißt es vom Ifo. Inzwischen überwiegen klar die Unternehmen, die ihre Produkte billiger abgeben wollen gegenüber denen mit Plänen zur Preissteigerung. Im September hatte noch annähernd Gleichstand geherrscht. Dazu könnte auch beitragen, dass der Auftragsbestand derzeit extrem schlecht ist. Mit minus 68,9 Punkten wurde er so schlecht beurteilt wie seit mehr als drei Jahrzehnten nicht. Auch die Kapazitätsauslastung ist schlecht. Mit 71 Prozent liegt sie etwa 10 Punkte unter dem Durchschnitt der letzten 10 Jahre. 

Die schlechte Lage macht sich auch an anderer Stelle bemerkbar, wie Wolf erklärt: "Die Kombination aus mangelnder Wettbewerbsfähigkeit, sinkenden Verkaufspreisen bei gleichzeitig hohen Kosten und schwachen Aufträgen zwingt die Betriebe, Investitionen zu drosseln und Personal weiter abzubauen", sagt sie. (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
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