Taxifahrer streiken gegen Liberalisierung von Markt

Hannover (dpa/lni) - Rund 300 Taxifahrer haben am Donnerstag in Hannover gegen eine geplante Liberalisierung des Taxi- und Fahrdienstmarktes demonstriert. Bei der Protestaktion am Mittag fuhren die Fahrer durch die Stadt und machten am niedersächsischen Landtag mit einem Hupkonzert auf sich aufmerksam. Neben Fahrern aus verschiedenen Teilen Niedersachsens waren nach Veranstalterangaben auch Unterstützer aus Berlin und Leipzig angereist. Die Polizei schätzte die Teilnehmeranzahl auf circa 280.

Hintergrund der Aktion sind Pläne von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), den Taxi- und Fahrdienstmarkt zu liberalisieren. Bisher gibt es für neue Mobilitätsdienste wie Moia oder Uber einige Auflagen - unter anderem die sogenannte Rückkehrpflicht für Mietwagenfirmen mit Fahrern. Diese müssen nach jeder Fahrt an den Hauptstandort zurückkehren und dürfen anders als Taxis nicht auf der Straße auf Kunden warten. Auch das Bereitstellen von Poolingdiensten ist derzeit verboten. Dabei können Fahrgäste mit ähnlichem Start und Ziel eingesammelt werden.

Aus dem Taxigewerbe gibt es scharfe Kritik gegen die Pläne. Taxis würden verdrängt werden, sagte der Geschäftsführer von Hallo Taxi in Hannover, Sven-Marcus Fürst. Moia entgegnete, man sei keine Konkurrenz, sondern ein zusätzliches Angebot.

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3Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 2
    0
    Zeitungss
    29.03.2019

    In anderen Verkehrszweigen wird über Liberalisierung nicht gesprochen, sondern knallhart durchgezogen, Hauptsache billig. Es gingen auf diese Weise viele vernünftige Arbeitsverhältnisse verloren und wurden durch welche der Neuzeit ersetzt, sehr zum Wohle der Beschäftigten. Nun ist dieses System auch bei den Taxifahrern angekommen und es wird nicht die letzte Sparte sein.
    Bei der derzeitigen Besatzung im VM ist auch wirklich nichts anderes zu erwarten, es werden allenfalls billige Piloten für die Lufttaxis gesucht. Es ist Eile geboten, sonst ist Uber auch hier der Vorreiter.

  • 3
    1
    Freigeist14
    28.03.2019

    Gerhard65 ,dieser Streik ohne Gänsefüsschen ist mehr als berechtigt . Die Ganoven von Uber müssen nämlich keine Auflagen -wie im Taxi-Gewerbe üblich - einhalten . Der Scheinselbstständigkeit soll Tür und Tor geöffnet werden . Das nennt sich dann "Freier Wettbewerb " .

  • 1
    3
    Gerhard56
    28.03.2019

    Ich glaube, diesen „Streik“ kann man getrost aussitzen. Denn damit schaden sich die Taxiunternehmen nur selbst.
    Auch wenn ich verstehen kann, dass man unliebsame Konkurrenz fernhalten möchte, lässt sich die Entwicklung wohl nicht aufhalten.



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