Trauer um ehemaligen VW-Sachsen-Chef Fiebig

Seine Beinamen waren "Mister Golf" und "Klartext-Siggi". Siegfried Fiebig baute die sächsischen VW-Werke um zum Zentrum der Elektromobilität des Konzerns.

Chemnitz/Wolfsburg.

Seine Sachsen-Zeit begann 2014. Am 1. April jenes Jahres wechselte Professor Dr. Siegfried Fiebig als Sprecher der Geschäftsführung zu Volkswagen Sachsen mit den drei Standorten Zwickau, Chemnitz, Dresden. Am Wochenende ist Siegfried Fiebig in Braunschweig im Alter von 65 Jahren gestorben.

Mit seinem Vorgänger Hans-Joachim Rothenpieler teilte er eine ausgeprägte Charaktereigenschaft: Er hielt mit seiner Meinung nicht hinterm Berg. Als "kernig, hemdsärmelig und geradlinig" wurde der gebürtige Bielefelder beschrieben und auch, dass er oft mit dem Kopf durch die Wand wollte. Sein Erfolg bestätigte ihn aber. Fiebig hatte als Werkleiter in Wolfsburg wieder ein "Wir-Gefühl" geschaffen. Man sagte von ihm aus dieser Zeit, dass er nicht nur die Leute im Vorstand kennt, sondern auch die Mitarbeiter an der Linie.
In seinem Job in Sachsen hatte Fiebig ehrgeizige Ziele der Wolfsburger Chefetage zu erfüllen. Vorgänger Hans-Joachim Rothenpieler hatte die Fahrzeugfertigung auf die Anforderungen des damals neuen VW-Produktionssystems, des sogenannten modularen Querbaukastens, installiert. Nun musste dieses System profitabel werden.

Seine gute Vernetzung in die Konzernzentrale half ihm auch bei der Umstrukturierung der Gläsernen Manufaktur in Dresden.
Nachdem dort der letzte Phaeton vom Band gelaufen war, wurde der Standort in kurzer Zeit zu einem Schaufenster der Elektromobilität umgebaut. Das war die Basis für die Produktion des E-Golfs in Dresden. Auf die Entscheidung, das Zwickauer Fahrzeugwerk zum E-Auto-Kompetenzzentrum zu entwickeln, war Fiebig stolz: "Mit dieser Entscheidung haben wir in Sachsen erstmals in der Unternehmensgeschichte ein echtes Alleinstellungsmerkmal erhalten", sagte der Diplom-Ingenieur für Maschinenbau. Diese Entwicklung wird auch mit seinem Namen verbunden bleiben. Insgesamt hat der Manager mehr als 40 Jahre in verschiedenen Positionen im In- und Ausland für Europas größten Autoproduzenten gearbeitet.

"Siegfried Fiebig war einer unserer besten und erfahrensten Produktionsmanager. Die Marke Volkswagen und insbesondere die Standorte Wolfsburg, Emden und Zwickau verdanken ihm unendlich viel in ihrer Fortentwicklung", sagte Personalvorstand Gunnar Kilian. "Wir trauern um einen erfahrenen Manager, tollen VW-Kollegen und einen besonderen Menschen."

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