Weniger Falschgeld in Deutschland und Europa gefunden

Polizei, Handel und Banken haben im vergangenen Jahr weniger Blüten aus dem Zahlungsverkehr gezogen. Die Bundesbank glaubt, dass sich neue Sicherheitsmerkmale auf den Scheinen bemerkbar machen.

Frankfurt/Main (dpa) - Die Anstrengungen von Europas Währungshütern für mehr Sicherheit von Euro-Banknoten zeigen Wirkung: Im vergangenen Jahr sank die Zahl der Fälschungen weiter - sowohl in Europa als auch in Deutschland.

559.000 falsche Euro-Scheine zogen Polizei, Handel und Banken nach Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) aus dem Verkehr. Damit sank die Zahl der Blüten zum Vorjahr um 4000 Stück und auf den niedrigsten Stand seit 2013 (670.000 Fälschungen). Der rechnerische Schaden lag im Jahr 2019 bei 29,2 Millionen Euro - nach 31,4 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

In Deutschland verringerte sich die Zahl der Falschnoten nach Zahlen der Bundesbank von gut 58.000 im Vorjahr auf 55.159. Der Schaden hierzulande sank mit 3,3 Millionen Euro auf das Niveau des Jahres 2014. «Wir sind stolz darauf, dass aufgrund der Qualität des Geldes die Fälschungen vor allem beim Fünfziger zurückgegangen sind», sagte Bundesbank-Vorstand Johannes Beermann. «Der Rückgang von insgesamt fünf Prozent ist beachtlich.» Fünfziger und Zwanziger machen europaweit drei Viertel aller Fälschungen aus, in Deutschland sogar 80 Prozent.

Beermann führt den Rückgang der Fälschungen darauf zurück, dass die Notenbanken seit 2013 eine zweite Serie von Euro-Scheinen mit neuen Sicherheitsmerkmalen in Umlauf gebracht haben. Geldfälscher tun sich schwer mit dem durchsichtigen Porträtfenster und der Smaragdzahl, die beim Kippen des Scheins die Farbe ändert. Bei den neuen 100- und 200-Euro-Scheinen gibt es zudem ein «Satelliten-Hologramm», in dem sich kleine Euro-Symbole bewegen. Der 500-Euro-Schein wird nicht mehr aufgelegt, noch im Umlauf befindliche 500er bleiben jedoch gültig.

Gemessen an der umlaufenden Gesamtmenge von Euro-Banknoten - aktuell sind es nach EZB-Angaben rund 24 Milliarden Stück - ist der Falschgeldanteil sehr gering. In Deutschland waren es im vergangenen Jahr nach Bundesbank-Berechnung sieben falsche Scheine je 10.000 Einwohner.


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