Arbeitslosenzahl in Sachsen auf Rekordtief

Sachsen hat ein Rekordtief bei Arbeitslosenzahl und -quote erreicht. Der neue Chef der Arbeitsagentur sieht Chancen, noch viel mehr Menschen einen Job zu vermitteln. Er lockt mit Fördergeldern.

Chemnitz (dpa/sn) - In Sachsen waren seit 25 Jahren nie weniger Menschen ohne Job als im Oktober. Die Zahl der Arbeitslosen im Freistaat sank im Vergleich zum September um 2600 oder 1,8 Prozent auf insgesamt 143 700. Damit ging auch die Arbeitslosenquote leicht auf 6,8 Prozent zurück und erreichte ebenso wie die Arbeitslosenzahl ein Rekordtief seit Erfassung der Statistik 1991. Das teilte die Arbeitsagentur in Chemnitz am Mittwoch mit.

Sachsen liegt damit im bundesweiten Trend. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren 15 700 Menschen weniger arbeitslos gemeldet. Dies entspricht einem Rückgang von fast 10 Prozent.

Aus Sicht des neuen Behördenleiters Klaus-Peter Hansen sind für die positive Entwicklung die anhaltende Herbstbelebung und der Beginn von Fördermaßnahmen sowie demografische Effekte verantwortlich. Zudem gebe es noch mehr als 33 000 freie Stellen in Sachsen. Laut Hansen bieten sich dadurch gute Chancen für Langzeitarbeitslose, eine Beschäftigung zu bekommen. «Viele dieser Frauen und Männer können und wollen arbeiten. Sie benötigen nur mehr Möglichkeiten, Personalentscheider von sich überzeugen zu können. Oft sind es Vorurteile, die leider immer noch die Vermittlungschancen verhindern», sagte Hansen.

Dafür stünden seiner Behörde für die verbleibenden zwei Monate dieses Jahres noch gut zwei Millionen Euro Fördergeld als Lohnzuschüsse zur Verfügung. Die mit Abstand meisten freien Stellen gibt es mit rund 11 400 im Bereich der Zeitarbeit gefolgt vom Verarbeitenden Gewerbe mit fast 4000 sowie den Gesundheits- und Sozialwesen mit knapp 3000.

Entgegen der Gesamtentwicklung ist die Zahl der Geflüchteten ohne Anstellung um 250 auf 6265 gestiegen. Mehr als die Hälfte davon kommt aus Syrien (57,7 Prozent), die zweitgrößte Gruppe sind Menschen aus Afghanistan (9 Prozent).

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