Behinderte profitieren nicht von Arbeitsmarkterholung

Chemnitz (dpa/sn) - Behinderte Menschen profitieren weit weniger als nicht behinderte von der Entspannung auf dem Arbeitsmarkt. Während sich die Arbeitslosigkeit in Sachsen von 2005 bis 2015 mehr als halbiert und die Beschäftigung einen 15-Jahres-Rekordstand erreicht habe, sei sie bei den Schwerbehinderten sogar leicht gestiegen, teilte die Regionaldirektion der Bundesanstalt für Arbeit am Samstag - dem bundesweiten Tag der Menschen mit Behinderung - in Chemnitz mit. Derzeit seien in Sachsen knapp 9000 Menschen mit schwerem Handicap arbeitslos gemeldet und somit jeder 16. Arbeitslose im Freistaat schwerbehindert.

Grund sind laut Direktionsgeschäftsführer Klaus-Peter Hansen neben der gestiegenen Zahl Schwerbehinderter in Sachsen Vorurteile in der Gesellschaft und Bedenken gegenüber der Leistungsfähigkeit. «Es sollte nicht darum gehen, wer alles kann, sondern vielmehr darum, wer worin besonders gut ist», forderte er. Die Leistungsfähigkeit jedes einzelnen sei entscheidend, «nicht seine Behinderung».

Hansen forderte Unternehmen auf, bei der Personalauswahl «stärkenorientiert» vorzugehen. Zudem könnten Arbeitgeber, die Menschen mit Handicap eine Chance geben, zusätzliche finanzielle Unterstützung erhalten. Als schwerbehindert gelten Menschen mit einem Behinderungsgrad ab 50 Prozent. Betriebe mit mehr als 20 Beschäftigten sind gesetzlich verpflichtet, mindestens fünf Prozent ihrer Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung bereitzustellen.

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