Chemnitzer Gießereiunternehmen Trompetter nutzt Schutzschirm

Das Gießereiunternehmen aus Chemnitz hat ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Damit soll die Finanzierung neu geordnet werden.

Chemnitz.

Mit einem Schutzschirmverfahren will die Trompetter Guss GmbH (TGC) das Unternehmen finanziell wieder auf ein gesundes Fundament stellen. Die Geschäftsführung hat beim Amtsgericht Chemnitz einen entsprechenden Antrag gestellt, teilte das Chemnitzer Gießereiunternehmen am Mittwoch mit. Produktion und Geschäftsbetrieb sollen ohne Unterbrechung voll weitergehen.

Das Unternehmen hatte nach eigener Auskunft in der Vergangenheit erheblich in die Ausweitung der Kapazitäten investiert, um Auftragsanfragen der Industrie bewältigen zu können. Ein Teil der Aufträge sei jedoch zunächst aufgrund der Finanzkrise und später wegen der Diskussion um die Zukunft des Dieselmotors nicht zustande gekommen, hieß es. Mit Hilfe des Schutzschirmverfahrens will TGC seine hieraus resultierende Verschuldung durch eine Einigung mit den Gläubigern reduzieren. Die Restrukturierung soll bis zum Jahreswechsel abgeschlossen sein. Die Löhne und Gehälter der rund 360 Mitarbeiter seien bis Ende September über das Insolvenzgeld gesichert. Eine Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes werde derzeit vorbereitet.

"TGC ist ein im Kern gesundes und innovatives Unternehmen mit höchster Produktqualität, modernen Produktionsverfahren und einem guten Kundenstamm", sagte der Restrukturierungsexperte Rüdiger Wienberg, Partner der Sanierungsberatung "hww", der als Generalbevollmächtigter die Geschäftsführung während der Restrukturierung verstärkt. "Das Schutzschirmverfahren bietet uns einen rechtlichen Rahmen, um die Finanzen zügig und in enger Abstimmung mit den Gläubigern neu zu ordnen."

Bei einem Schutzschirm handelt es sich um ein Verfahren im Rahmen des Insolvenzrechts, mit dem sich Unternehmen grundlegend sanieren können. Die unternehmerische Verantwortung bleibt dabei in den Händen des Unternehmens selbst. Das Sanierungsrecht erlaubt dies in Fällen, in denen Unternehmen Probleme frühzeitig erkennen und ausreichend Handlungsspielraum für eine Lösung besteht. Beides sei bei Trompetter der Fall, hieß es.

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